Geschenkidee// Dein eigenes Buch

Ja, ich geb’s zu….ich bin ziemlich im Stress. Dieses vorweihnachtliche Chaos von Terminen, Deadlines und Dingen, die uuunbedingt seeehr dringend noch VOR Weihnachten erledigt werden müssen, holt mich jedes Jahr immer wieder mit voller Wucht ein. Und ganz nebenbei müssen natürlich auch noch Geschenke für die ganzen lieben Menschen in meinem Leben besorgt werden. Schon allein erstmal Ideen für Geschenke zu haben, ist manchmal gar nicht so einfach.

Dadurch, dass ich in der Uni grade an einem Fotoprojekt arbeite und mich in diesem Zug eben auch mit der Gestaltung von Büchern beschäftige, bin ich auf eine, wie ich finde, ziemlich schöne und relativ einfache DIY-Geschenkidee gekommen. Ich würde jetzt nicht unbedingt sagen, dass sie unbedingt an Weihnachten geknüpft sein muss…zum Geburtstag ist sie mindestens genauso gut^^

Was nun also meine so krass tolle („leichte“ Übertreibung an dieser Stelle^^) Geschenkidee ist: ein selbst gemachtes kleines Rezept-Büchlein. Meine Anleitung dazu ist universell einsetzbar…ihr könnt also aus dem Rezeptbüchlein auch ein individuelles Notizbuch oder ein Sprüchebuch oder weiß-der-Geier-was machen.

In jedem Fall braucht ihr einige grundlegende Dinge. Bevor ihr die zusammensucht, müsst ihr euch über die Größe des Heftes Gedanken machen. A4? A5? Überhaupt keine DIN Größe? Wenn ihr das gemacht habt, dann legt eine Seitenzahl fest. Macht ihr ein leeres Notizheft, müssen sie nicht bedruckt werden. Ansonsten, solltet ihr den Inhalt eures Büchleins natürlich schon vorher auf die Seiten drucken. Dazu macht sich ein Prototyp sehr gut. Einfach so viele Blätter wie benötigt nehmen, auf einen Stapel legen und in der Mitte einmal diagonal falten. Nun auf jede Seite den jeweiligen Inhalt kurz vermerken und schauen, ob das alles so passt wie ihr es euch gedacht habt. Danach kann dann eine endgültige Fassung gedruckt werden.

 

Für ein Heft mit 20 Seiten benötigt ihr:

  • 5 weiße Blätter (oder eben eure bedruckten Seiten)
  • 1 schönes, etwas festeres Blatt (das wird später der „Einband“)
  • ein Bleistift
  • eine dicke Nadel
  • einen dünnen Bindfaden in einer zum „Einband“ passenden Farbe (max. 1m)
  1. Die fünf Blätter zu einem ordentlichen Stapel zusammenlegen und darauf achten, dass alle Kanten so genau wie möglich übereinander liegen. Nun diesen Stapel vorsichtig ein Mal in der Diagonalen kräftig falten. Anschließend auch das stabilere Papier auf die gleiche Art und Weise falten.
  2. Nun die gefalteten Blätter in der Mitte wieder aufklappen und mit einem Bleistift in der Mitte des Falzes eine Markierung machen. Von diesem Punkt aus, im gleichen Abstand nach oben und unten, ebenfalls eine Markierung machen. Für ein Heft der Größe A5 eignen sich ca. 5-7 cm Abstand zwischen den einzelnen Punkten.
  3. Anschließend mit der Nadel genau an diesen Markierungen einstechen und durch alle Papierschichten durchstechen. Wenn alle Seiten gleichzeitig zu dick sind, können sie auch in mehreren Schichten durchstochen werde. Dann müssen die Einstichstellen allerdings wieder neu markiert werden.
  4. Das Gleiche Prozedere von markieren und durchstechen nun bei dem „Einband“-Papier wiederholen. Die Markierungen sollten allerdings identisch mit denen des restlichen Papiers sein. Sonst hält das Büchlein nicht gut zusammen.
  5. Nun alle Seiten in den „Einband“ legen und mit Nadel und faden vernähen. Dazu in der Mitte von innen einstechen und keinen Knoten in das Band machen. Stattdessen ein Stück von mindestens 10 cm übrig lassen. Den Faden von der Mitte aus nach außen in das obere Loch führen, dann wieder innen in die Mitte stechen. Jetzt wieder von außen, allerdings in das unterste Loch, einstechen. Wer das Buch besonders fest binden möchte, wiederholt das Ganze  von Beginn an noch mal. Ansonsten einfach beide Enden des Fadens sehr fest ziehen und in der Mitte der Innenseite des Büchleins fest verknoten.
  6. Nun kann das Heft nach Herzenslust gestaltet und verschönert werden.
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Hey du, …ich hab’ was zu sagen!

Ich rede nicht sofort drauf los. Ich warte ab, beobachte die Situation und dann, vielleicht, werde ich eventuell was sagen…vielleicht aber auch nicht. In einer Gruppe fremder Personen bin ich wohl diejenige, die schnell als schüchtern abgestempelt wird, vielleicht als arrogant oder sogar langweilig. Aber, nur, weil ich nicht sofort schreie „Hey…ich seh’ das so und so!“, heißt das noch lange nicht, dass ich keine eigene Meinung habe. Ich merke, dass ich öfter mal übergangen werde oder, dass das, was ich sage nicht für voll genommen wird. Und das nicht, weil es keinen Wert hat, sondern einfach, weil ich es scheinbar nicht so gut „verpacken“ kann, wie manch anderer. Es gibt immer Menschen, die präsenterer, extrovertierterer oder sprachlich gewandter sind als ich. Auf dem Papier mit Wörtern umgehen, ist für mich kein Problem, ich würde sogar behaupten, dass ich mich ganz gut darauf verstehe. Aber Konversation betreiben?! Nun, sagen wir mal, da gibt es noch einiges zu tun.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass in den Augen der Gesellschaft jemand extrovertiertes auch gleichzeitig ein „wertvollerer“ Mensch ist. Dabei muss man seine Ansichten doch nicht immer jedem unter die Nase reiben und damit hausieren gehen (ich weiß…das ist reichlich übertrieben…aber Übertreibung macht nun mal auch anschaulich). Im symbolischen Sinne gesprochen, sind leise Aussagen keinesfalls weniger wert als die lauten. Aber warum sieht das denn niemand? Warum sind die meisten nur so auf Menschen fixiert, die „entertaining“ sind? (an dieser Stelle schüttle ich meinen Kopf und denke mir nur „…ach, diese Gesellschaft“ und seufze bedeutungsvoll).

 

 

Und, wenn jemand nun mal ein bisschen länger braucht, um sich wohl zu fühlen und locker reden zu können, was ist so schlimm daran?! Wenn ich eher der Typ Mensch bin, der zurückhaltend ist, bedeutet das nicht, dass ich übersehen werden will. Und vor allem gibt es niemandem das Recht, mich negativ zu bewerten und zu dem Schluss zu kommen, dass ich keine Meinung oder gar Persönlichkeit hätte, nur, weil ich mit meinen Ansichten hinterm Berg halte. Und das hat auch nichts damit zu tun, dass diese irgendwie altmodisch, verrückt oder vielleicht sogar verboten sein könnten (nicht, dass ich solche Ansichten hätte, aber es wird eben schnell angenommen, dass man etwas zu verbergen hätte, wenn man nicht sofort seinen Senf zu etwas dazu gibt), sondern ist einfach Teil meiner Persönlichkeit.

Ich bin nicht farblos, durchschnittlich, ablehnend oder spießig, nur, weil ich es nicht raushängen lasse, wie toll ich, meine Ansichten und mein Leben sind (leicht sarkastischer Unterton an dieser Stelle). Ehrlicherweise und mal ganz platt ausgedrückt, steht mir dieses ganz soziale Rumgepose einfach nicht. Und dann ist das eben so. Aber reinstecken in diese „graue Maus“-Schublade, lasse ich mich deshalb nicht, okay? Okay.

 

~ich, in einem Selbstgespräch

Gähnende Leere in meinem Kopf

Wenn da einfach nichts ist….ein bedeutungsloses Summen erfüllt meinen Kopf…keine Ideen, kein Plan, keine Inspiration. „Aber was schreibe ich denn nun?“ frage ich mich. Mir will einfach kein guter Einfall für einen Blogpost kommen. Ach was, Blogpost?! Ich könnte von so vielem mehr reden: Fotos, Kunstprojekte, Geburtstagsgeschenke, Themen für Referate, das Weihnachtsessen…die Liste der Dinge, die nach Inspiration und Ideenreichtum verlangen, ist endlos. Aber genauso endlos ist eben auch manchmal die Leere in meinem Kopf.

Ich sitze dann stundenlang da und frage mich: Wie zur Hölle, soll ich es nur schaffen bis zum Tag X etwas zustande gebracht zu haben? Dann steigt mir ein wenig die Panik zu Kopf. Was, wenn ich es nicht schaffe? Was, wenn ich nie wieder irgendeine Idee habe? Das ist natürlich ziemlich übertriebener Müll, den mein Gehirn dann da produziert. Und das weiß ich auch. Aber manchmal ist es eben schwer aus solchen Kurzschlussgedanken herauszukommen. Auch, wenn sie noch so irrational sein mögen.

Im Falle meiner Inspirationslosigkeit habe ich mir irgendwann mal gedacht: „Komm’ hab’ dich nich’ so! Jeder Mensch hat das mal. Das Wichtige ist nur, dass du nicht darin versinkst. Nicht jeder Tag ist gleich gut, gleich inspirierend, gleich toll.“ Also habe ich mir innerlich einen „Plan“ zurechtgelegt, so à la To-do-wenn-uninspiriert. Das funktioniert mittlerweile sogar ganz gut, sodass ich am Ende immer super viele Ideen habe und mich meistens gar nicht für eine entscheiden kann. Und zugegebenermaßen, bin ich ziemlich stolz darauf. Fragt mich nicht warum.^^ 

 

 1.

Zuerst einmal muss ich von dem „Panik/kein Plan/mir wird nichts einfallen“-Trip runterkommen. Also am besten erstmal was komplett anderes machen. Die Gedanken von der Inspirationslosigkeit abwenden und mich mit etwas beschäftigen, bei dem ich abschalten kann. Was bei mir ganz gut hilft, ist Sport, Putzen und Backen. Oder einfach mal die Musik so richtig laut aufdrehen, mitsingen und dazu tanzen.

 2.

Und danach geht’s quasi ans Eingemachte. Ich nehme mir so viel Zeit wie ich will und suche mir ein leeres Blatt oder eine neue Notizbuchseite…auf jeden Fall etwas Unbeschriebenes…und schreibe eine passende Überschrift, damit ich mein Ziel nicht aus den Augen verliere. Und dann gehe ich sehr methodisch vor. Erstmal die Basics, die Fakten. Dann schreibe ich mir Wörter auf, die mir im Zusammenhang mit der Überschrift auf irgendeine Weise hängen geblieben sind. So, und nun kommt das, was ich am blödesten finde, aber irgendwie hilft es mir am Ende doch immer. Ich schreibe all’ die schrecklichen, langweiligen, abgedrehten, unrealistischen Ideen, die ich normalerweise verwerfen würde, einfach auf. Das lasse ich dann für ein paar Stunden, manchmal auch Tage oder sogar Wochen genau so. Ich füge nichts hinzu, streiche nichts durch und vor allem mache ich mir keine Gedanken darum. Quasi aufgeschrieben, ums nicht mehr im Kopf zu haben…dieses ganze Thema, dass mich noch um den Verstand bringen könnte.

 3.

Nach dieser „Auslüftungs-Phase“ meines Gehirns, kehre ich wieder zu meinem schön vollgekritzelten Blatt zurück und lese es mir durch. Und dann merke ich auch schon, bei welchen Wörtern oder Stichpunkten ich schnell hängen bleibe. Ein feines Netz beginnt sich zu spinnen, neue Ideen kommen. Ich schreibe sie auf. Spinne umher. Kritzle die Ränder voll. Ich versinke regelrecht in meinen Gedanken, habe Spaß und sprühe vor Inspiration. Meine Festgefahrenheit vom Anfang hat sich aufgelöst.

Und so sieht das dann meistens aus:

 

Manchmal hilft es einfach nur einen Schritt zurück zu treten und sich Zeit zu geben. Kreativität und Inspiration können nicht erzwungen werden….sowieso, Zwänge sind nie so das Optimalste. Ich find’s übrigens ziemlich hilfreich sich in einem inspirierenden Moment einfach alle genialen Ideen oder Pläne aufzuschreiben, sodass man in so einem verflucht  ideenlosen Moment einfach ein kleines Backup hat. Denn niemand ist so ein krasser Supermensch und 24/7 inspiriert^^

Der Fake is real.

Zugegebenermaßen wird das ein recht spontaner Blogpost. Und während ich das hier schreibe, weiß ich noch nicht so genau wo das Ganze hinführen soll, aber hey…no risk no fun ^^

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gestelltes Instagram-Bild

Alsoo…wo fängt man an, wenn man über Instagram und sonstigen Social Media Quatsch schreiben will? Wenn man sich fragt, was es Leuten bringt auf all diesen Kanälen ein perfektes Leben vorzugaukeln, aber eigentlich in einem tiefen Loch zu versinken (ich will hier absolut nicht generalisieren, es gibt auch unfassbar tolle, echte & ehrliche Accounts)? Und überhaupt, bin ich es selbst als Privatperson nur dann wert, angesprochen oder als „würdig“ betrachtet zu werden, wenn ich tausende Follower und Likes habe? Diese unfassbar riesige Social Media Welt ist mir ehrlich gesagt ziemlich unheimlich. Ich weiß manchmal schon gar nicht mehr was nun also echt ist und was nicht. Hinterlässt X mir jetzt nur einen netten Kommentar, damit ich aufmerksam auf sie werde oder, weil sie meinen Content wirklich mag? Und was ist mit diesen Leuten, die einfach alles liken, nur weil sie denken, dass es das einzige ist, was die Leute wollen? Likes? Ist es das worum es im Leben geht?

Versteht mich nicht falsch, Instagram ist eine tolle Inspirationsquelle und es gibt so unfassbar viele wunderschöne Accounts, die ich über alles liebe. Und doch ist da immer dieser ekelhafte Beigeschmack, dass das alles nur ein Spiel ist. Nicht Content, sondern Fame. Nicht Realität, sondern Fake. Manchmal denke ich, dass das Einzige, dessen man sich noch sicher sein kann in diesem super aufmerksamkeits-geilen Social Media-Dschungel, der Fake ist. Sicher, das ist nicht so ganz wahr und reichlich überspitzt, aber manchmal hat es doch den Anschein. Es ist dann so, als wären Dinge, nur, weil ich sie nicht poste gar nicht „real“, weil: Oh…du warst im Land X?! Das wusste ich ja gar nicht, du hast das ja gar nicht gepostet.

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der gleiche Abend-ungestellt & unbearbeitet

Ich bin ziemlich froh, dass es trotz dieser ganzen künstlichen Realität auch immer noch Menschen gibt, die diesen Zirkus etwas anders betrachten, sich davon nicht beeinflussen lassen oder es einfach aus ihrer ganz eigenen Perspektive betrachten. Einen Instagram-Acccount (und natürlich auch Blog!!), den ich in dieser Hinsicht unfassbar genial finde, ist der von Jana Wind @bekleidet*. Sie spielt auf sehr gekonnte Weise mit der Realität der Instagram-Nutzer. Ihre Bilder und Posts zum Thema #isitreal finde ich einfach unfassbar inspirierend und scharfsinnig. Ein Blick auf ihre Seite ist auf jeden Fall lohnenswert. Und ich hoffe, dass in Zukunft noch so viel mehr Menschen zu der Erkenntnis kommen, dass man auf Instagram und Co. nicht alles für bare Münze nehmen sollte und sich tatsächlich öfter mal die Frage stellen „Is it real?“.

 

 

*Werbung, weil Verlinkung (obwohl ich nicht dafür bezahlt werde und überhaupt, ist das eigentlich keine „richtige“ Werbung…aber diese neue Datenschutzsache zwingt mich eben dazu das so zu markieren :/ )

« My Face For The World to See »

Also bevor irgendwelche Spekulationen bezüglich des Titels aufkommen, kann ich schon mal sagen: Ja, ich bin mir bewusst, dass es ein gleichnamiges Buch von Alfred Hayes gibt und ja, es hat mich zu diesem Post inspiriert, aber mehr hat das Ganze auch nicht miteinander zu tun.

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” my face for the world to see “

Während es in Hayes Buch also um das Leben im Hollywood der 1950er geht, dreht es sich in diesem meiner Gedankenergüsse (was eine Formulierung^^) mehr um das Thema „Selbstvertrauen“. Denn welcher Titel könnte schon bezeichnender sein als „My Face For the World to See“…ich mein’, sein Gesicht der Welt hinzuhalten verlangt schon einiges an Mut ab. Und ich rede hier nicht nur vom Gesicht im wortwörtlichen, sondern auch im metaphorischen Sinne. Sich selbst der Welt zu präsentieren, zu zeigen: „hey, hier bin ich und genau so bin ich“. Das hat natürlich viel mit Selbstliebe und -akzeptanz zu tun…deshalb dieser Post. Denn, ich muss gestehen, ich bin schon immer etwas ängstlich gewesen, habe mich vor Menschen gegraut…vor dem, was sie über mich denken würden, habe mich nicht gerne auf Fotos gesehen und vor allem, hatte nicht das Selbstvertrauen mein Gesicht, also mich selbst, zu zeigen. Eigentlich ziemlich traurig, wenn ich so darüber nachdenke.

« Würde ich mich selbst treffen,

ich würde nicht mit mir befreundet sein wollen. »

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ein lachendes Ich

Oftmals habe ich mich klein gemacht und so was wie Selfies machen oder kleine Fotoshootings waren für mich der absolute Horror. Nicht, weil ich mich hässlich fand, oder andere so was gesagt hätten, sondern vielmehr, weil ich einfach kein Vertrauen in mich hatte. Ich habe mich einfach davor gegraut mich zu sehen. Habe mich selbst verachtet.

Ich weiß noch, irgendwann habe ich mal gedacht: Würde ich mich selbst treffen, ich würde nicht mit mir befreundet sein wollen. Als ich ein paar Jahre später darüber nachgedacht habe, ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen…ich mochte mich selbst nicht, weil ich immer Angst hatte meinen perfekten, unrealistischen Erwartungen nicht gerecht werden zu können. Ich kannte meinen eigenen Wert nicht und dachte jeder ist markellos und hat nur gute Seiten an sich. Aber das stimmt nicht.

Selbstliebe ist, wenn ich auch meine schlechten Seiten akzeptiere. Als mir das bewusst geworden ist, war auf einmal alles viel leichter. Ich habe mir selbst weniger Druck gemacht, war entspannter und auf einmal, oh Wunder, fand ich es gar nicht mehr so schlimm mein Gesicht auf Fotos zu sehen. Quasi „My Face For Me to See“. Ich habe sogar angefangen Fotos von mir selbst zu machen. Und nicht, weil ich auf einmal zur selbstverliebten Pute geworden bin, sondern, einfach, weil es mir Spaß macht Gedanken in Fotos umzusetzen und ich keine andere Person zum Fotografieren hatte. Früher wäre eine solche Sache undenkbar gewesen. Aber heute komm’ ich klar. Mag mich mehr als früher. Und das ist für mich das Wichtigste.

Food Fotografie // 5 Laien-Tipps

Ich würde mal sagen, lang’ ist’s her, dass ich ein „Things to Consider“ für den Blog geschrieben habe. Zwischendurch habe ich sogar schon mal überlegt diese Kategorie einfach verschwinden zu lassen…aber naja, irgendwie wollte ich mir die Option dann doch offen halten und siehe da, an irgendeinem schönen Oktobertag kam es mir in den Sinn: Schreib’ doch mal über Food Photography.

Ich weiß, es gibt schon Unmengen an Tipps und Guides und sonstwasses zu diesem Thema (um genau zu sein, verzeichnet google dazu 832.000.000 Suchergebnisse), aber ich dachte mir, so ein paar Tipps von einem Laien, der sich alles selbst beigebracht hat und absolut nichts mit professionellem Foodstyling oder fancy Fotografieausbildung am Hut hat, könnten ja nicht schaden^^

 

1 – Farben

Beim Fotografieren von Essen geht es ausschließlich darum, die Sachen schön und appetitlich aussehen zu lassen. Das bedeutet, dass ihr euch der Wirkung von Farben bewusst sein solltet.

Kontraste wie zB orange & blau machen sich dabei ausgesprochen gut. Oder ihr entscheidet euch für eine Farbe, die besonders herausstechen soll, wobei in diesem Fall „weniger ist mehr“ angesagt ist. Eine Sache, die ich anfangs besonders gerne genutzt habe, sind diese fürchterlichen Farbfilter. Sie lassen das Essen unnatürlich und manchmal sogar unappetitlich aussehen…würde ich also nicht unbedingt empfehlen.

2 – Licht

 Bitte bitte fotografiert nicht gegen das Licht! Euer schön verziertes Essen wird sonst kaum zu erkennen sein, der Kontrast zwischen Hinter- und Vordergrund wird viel zu hoch sein und ihr müsst im Nachhinein eine Menge bearbeiten, damit das Bild in Ordnung aussieht. Naja, und in Ordnung ist ja nun nicht unbedingt das Ziel, oder?!

Außerdem solltet ihr unruhige Schatten auf dem Essen vermeiden, denn sonst ist die eigentliche Struktur des Gebackenen oder Gekochten kaum zu erkennen und der Betrachter fragt sich, was das überhaupt sein soll.

Am besten ist eigentlich immer Licht von der Seite. Ihr habt keine komischen Schatten von euch beim Fotografieren darauf, keine komischen Kontraste durch Gegenlicht und könnt sogar mit natürlichen Schatten experimentieren. Eine Sache, bei der ich manchmal auch gerne nachhelfe, ist, wenn mir die dunklere Seite des Fotos zu dunkel erscheint, dass ich eine weiße Pappe so an das Essen halte, dass sie das Licht reflektiert und die Schatten nicht mehr ganz so hart oder dunkel sind.

 

 3 – Perspektive

 Das ist so eine Sache, die mir anfangs sehr schwer gefallen ist. Von oben zu fotografieren ist natürlich am einfachsten…alles schön flächig, die Dinge können gut arrangiert werden. Allerdings schafft diese Perspektive auch viel Distanz. Der Betrachter kommt nicht nah an das Essen ran und vor allem entgehen ihm viele Details. Ihr wisst schon…Tortenanschnitt, Struktur eines Gerichts und so weiter.

Essen von der Seite oder aus einem schrägeren Winkel zu fotografieren, hat seine Tücken. Zum Beispiel sehen Teller dann manchmal unförmig aus, ihr müsst auf den Hintergrund achten und manche Perspektiven sind auch einfach nicht vorteilhaft. Aber mit ein bisschen Übung kann man da tolle Fotos machen…es lohnt sich also auf jeden Fall es mal zu wagen.

 

 4 – Bewegungen

 Ich gebe zu, das ist schon ein bisschen advanced. Solche Dinge wie Hände im Bild, herausgeschnittene Kuchenstücke, Kekskrümel und fließende Schokosauce verlangen einiges mehr an Können ab. Denn die Kunst ist es nämlich, im richtigen Moment abzudrücken und das Ganze dabei auch noch natürlich aussehen zu lassen. Aber, auch das ist nicht unmöglich. Mit vorsichtigem Herantasten an das Thema und Übung klappt so was in der Regel auch ganz gut. Nicht, dass ich darin jetzt Profi wäre, aber ich arbeite daran und es macht unglaublich viel Spaß^^

Was dabei übrigens sehr sehr hilfreich sein kann, ist ein Stativ. Das war ungelogen die beste Investition, die ich dahingehend gemacht habe, denn das Fotografieren wird viel entspannter und die Bilder sehen einfach viel hochwertiger aus. Ohhh…und Selbstauslöser sind natürlich im Zusammenhang mit Händen im Bild auch ziemlich praktisch.

 

5 – Bildausschnitt

 Sobald die Fotos geschossen sind, geht es natürlich an die Bildbearbeitung. Der Bildausschnitt, den ihr dabei wählt, kann eine ganz entscheidende Rolle spielen und ein ganz anderes Licht auf das Fotografierte werfen. Dabei ein bisschen zu probieren und zu experimentieren, kann auf jeden Fall nicht schaden.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass das Herumprobieren mit Szenerien, Farben, Deko , Perspektive und so weiter das Beste ist, was ihr tun könnt. Denn ein großer Vorteil von Food Photography ist, dass das Essen nicht wegläuft und ihr so viel wie nur möglich arrangieren und selbst bestimmen könnt.


Was für Tipps & Tricks habt ihr noch in Bezug auf Food Fotografie? Irgendeine Sache, die ich vergessen habe und die uuuuunbedingt beachtet werden muss?

Zuhause//Wo Das Meer Im Himmel Versinkt

„…und natürlich will ich ganz viel Reisen, von der Welt sehen.“ Bei mindestens jeder zweiten Person mit der ich mich in letzter Zeit unterhalten habe, ist dieser oder ein ähnlicher Satz gefallen, sobald es um das Thema Zukunftspläne ging. Es kommt mir so vor als wäre es eine Todsünde nicht reisen zu wollen…als ginge es nur darum, um jeden Preis in ein anderes Land zu fliegen, nur um hinterher auf einer Liste abstreichen zu können wo man mal war? Reisen aus gesellschaftlichem Drang? Aber was ist mit zuhause…ist es da nicht auch schön?!

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Strandkörbe am Strand – ein analoges Foto

So gerne ich auch in der Welt umher reise…und das tue ich wirklich unfassbar gerne, haben mir meine letzten Reisen wunderbar vor Augen geführt, wie gerne ich doch auch zuhause bin. Nicht nur zuhause im Sinne von „in meinem Haus“, sondern auch in meiner Stadt, meiner Region und  Kultur. Auf einmal weiß ich meine Heimat viel mehr zu schätzen.

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am nahe gelegenen Ostsee-Strand – ein analoges Foto

Ich hätte niemals gedacht, dass ich das mal so sehen würde, aber: Ich liebe es in einer kleinen Stadt am Meer zu leben. Früher war mir das alles zuwider. Ich wollte so schnell es ging weg, raus in die Welt, nie wieder zurückkehren und nicht wie meine Eltern, einfach hier kleben bleiben. Ich wollte reisen, niemals zu lange an einem Ort bleiben und meine Heimat vergessen.

Logischerweise hat sich meine Sicht auf diese Dinge nicht um 180° gewendet, denn ich möchte noch immer nicht mein ganzen Leben in dieser einen Stadt verbringen…dazu gibt es einfach so viele andere schöne Orte zum Leben.

Aber ich habe meine Heimat lieben gelernt. Habe nicht mehr so einen großen Hass auf alle Kleinstädte dieser Welt (ja, da spricht mein Teenager-Ich aus mir). Sehe nicht nur die negativen Seiten, sondern erfreue mich an den positiven. Fürs Erste bin ich nämlich ganz zufrieden damit, noch ein bisschen länger in meiner Heimatstadt zu leben und zu studieren. Hier ist alles ganz entspannt und dank der Studenten wird’s auch niemals langweilig. Und außerdem gibt es eindeutig schlechtere Orte zum Leben…schließlich wohne ich da, wo andere Urlaub machen. Am Meer.