Wieso Ich In Keine Schublade Passe

0085tMenschen stecken dich in eine Schublade. Ob du willst oder nicht. Sie sehen dich das erste Mal an und sofort bist du ein Streber, Snob, Draufgänger oder was auch immer für Klischees in ihren Köpfen vorherrschen.

Dabei bist du so viel mehr als das. Wer sagt schon, dass du nicht strebsam sein kannst und trotzdem Spaß am Leben hast? Wieso kann es nicht zusammenpassen, dass ich auf der einen Seite gerne Weltliteratur lese und andererseits Rap nicht abgeneigt bin? Und wieso überhaupt lassen wir uns manchmal solche Klischees aufdrängen?

Ganz einfach: Weil wir anfangen zu glauben was andere über uns denken. Tagtäglich werden wir ganz unbewusst mit Vorstellungen von uns selbst konfrontiert. Werden wir für etwas gelobt, nehmen wir es als positiv an und identifizieren uns automatisch damit. Dinge, die in unserem Umfeld als negativ an uns bewertet werden, beginnen wir abzulehnen und nehmen dazu oftmals selbst eine kritische Haltung ein. All das prägt unsere Persönlichkeit; bringt gewisse Seiten an uns mehr zum Vorscheinen als andere. Und trotzdem heißt das nicht, dass diese verborgenen Seiten an uns „schlecht“ sind oder nicht zu uns passen können.

Wer hat schon zu sagen, ob dieses Hobby oder jene Vorliebe zu 0086tmeinem „Typ“ passt? Oh, stimmt ja… niemand außer mir selbst! Ich bin wer ich bin. Theoretisch  kann ich mich jeden Tag neu erfinden, jemand anderes sein oder komplett das Gegenteil von dem tun, was man von mir erwartet. Solange ich mich selbst damit wohl fühle, ist alles daran richtig.

Auch, wenn wir im ersten Moment vielleicht wie ein Mauerblümchen, Gangster oder Lackaffe aussehen mögen, hinter jedem steckt mehr als auf den ersten Blick offensichtlich ist. Und ist nicht gerade das Verborgene, Unerwartete und Neue das, was die Menschen so interessant macht? Was uns dazu bewegt sie zu mögen, ihnen zu vertrauen und einfach nur Spaß mit ihnen zu haben?

      ~ich, in einem Selbstgespräch

Gedicht in den Bildern: @atticuspoetry

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V e r ä n d e r u n G

Ich werde etwas ändern. Und das ist jetzt kein komischer Selbsttherapie-Schnulli (ja, ich mag das Wort „Schnulli“…es hindert mich daran, ständig das Wort „Scheiß“ zu benutzen). Sondern eine Tatsache.

Dieser Blog war immer mein kleines Back-Refugium. Meine Art mich kreativ in der Küche auszuleben und Essen mit tieferen Gedanken zu verknüpfen. Doch diesen Sommer ist mir etwas klar geworden: Ich habe mich selbst damit in eine Schublade gesteckt. Nämlich in die „Back-Tanten“-Schublade. Natürlich ist mir klar, dass ich ja nicht zwangsläufig klischeeerfüllend sein muss…denn ich kann ja sein, wer ich will, aber irgendwie hat es mich innerlich eingeschränkt. Da schwirren so viele Ideen in meinem Kopf umher, die nicht mit Essen zu tun haben und ich bin es leid, diese zu verwerfen.

Eine Kleine Reise Durch Meinen Blog (2016-2018)

Thema “Food Photography” – anfangs habe ich alles noch sehr sehr minimalistisch gehalten, mit viiiiel weiß gearbeitet:

Besonders in letzter Zeit sind die Fotografien aber aufwendiger geworden. Inzwischen arbeite ich auch gerne mit Bewegungen, Schatten und unterschiedlichsten Perspektiven:

Aber nun, long story short: Ich werde eine neue Richtung einschlagen. Selbstverständlich hat sich meine Liebe zum Backen nicht in Luft aufgelöst und es wird weiterhin Rezepte von Torten, Cookies und anderen Leckerein geben. Aber daneben werde ich sicherlich noch einige andere Themen, die euch hoffentlich interessieren, zur Sprache bringen. Denn das Tolle an so einem Blog ist ja, dass ich damit machen kann was ich will…also warum nicht diese Chance nutzen und sich voll entfalten?!

Ich habe super viel Lust etwas Künstlerisches, in Richtung Fotografie zu machen. Vielleicht werde ich mich mal an Videos versuchen, etwas zum Thema „Künstlerisches Schreiben“ wagen, superduper tief greifende Themen ansprechen, cheesy Lebensweisheiten mit euch teilen oder einfach spontane Gedankenergüsse und Erlebnisse hier festhalten. 

Wie ich das alles koordinieren werde, wird sich zeigen…bis jetzt ist da noch nichts in Stein gemeißelt. Ehrlich gesagt bin ich selbst noch ein bisschen planlos was die Umsetzung angeht. Also lasst euch überraschen! 

“Karma Is A Bitch”//What Has Been Going On

Sooo…nach langer Zeit sitze ich nun also hier und schreibe tatsächlich einen neuen Blogpost…fühlt sich schon irgendwie komisch an. Aber, ich kann es nicht verleugnen, ich habe es schon vermisst zu schreiben, Fotos zu machen und vor allem zu backen. Es ist, als hätte ich schon hunderttausend Jahre nichts mehr gebacken. Na gut, vielleicht nicht ganz so lange (ja, ich neige öfter mal zu ‚leichten’ Übertreibungen was Zeitangaben angeht), aber mindestens schon drei Monate nicht. Ich bin schockiert!

Zur Feier des ‚Ich-stehe-seit-Langem-mal-wieder-in-der-Küche’-Tages hatte ich mir vorgenommen eine Schokotorte zu machen. Denn, sind wir mal ehrlich, so ein Anlass verlangt nach viiieel Schokolade und mindestens zwei Tortenböden.

Das Backen an sich war zugegebenermaßen nicht so das Problem….ähm….wie man vielleicht sieht, scheiterte es eher an meinen supertollen Torten-Auffüll-Künsten ^^ Und da töne ich noch ein paar Tage vorher rum, dass es ja nun nicht so schwer ist ein Kuchenstück heil auf den Teller zu bekommen. Tja, ich würd’ mal sagen: Karma is a bitch. Aber hey, Aussehen ist eben nicht alles und schmecken tut die Torte trotzdem…die inneren Werte und so, ne?!

Was los war:

Tatsächlich, so kitschig das auch klingen mag, ist einfach das Leben dazwischen gekommen. Ich hatte reichlich damit zu tun eine Bewerbungsmappe für das Kunststudium zu erstellen, war mit Familienangelegenheiten beschäftigt, bin in einem Kanucamp als Betreuer gewesen (und hatte lange nicht mehr so viel Spaß), musste mich mit „tollen“ Prüfungen rumschlagen, hatte den Sonnenbrand meines Lebens (gar keine lustige Angelegenheit), war in Oxford, später noch mal in London und nun bin ich also wieder hier. Voll und ganz dabei und mit frischen Ideen motiviert ans Werk zu gehen.

Auf Instagram war ich auch nicht so super präsent (nicht, dass ich sonst der übelst krasse Instagramer wäre^^), aber einiges habe ich dann doch über meine Stories gepostet. Ich finde ja, dass da ein paar ganz schöne Momentaufnahmen dabei waren.

Nach den Prüfungen:

Die heißesten Tage des Sommers:

Dann England, erst Oxford…

…anschließend London

Und, wenn wir hier schon mal vom Leben und Dingen, die dazwischen kommen sprechen, kann ich nur sagen, dass nicht nur Karma eine Bitch ist, sondern eben auch das Leben… Manchmal versetzt es einem einfach einen Tritt in den Arsch und dann sitzt man da. Sieht die Dinge auf einmal ganz anders, merkt, wie festgefahren man doch eigentlich war.

Mein ‚Tritt in den Arsch’ war eindeutig das Kanucamp in dem ich diesen Sommer war. Es ist erstaunlich, wie ich mit einer Null-Bock-Einstellung und super vielen negativen Gedanken hingefahren bin und mit tausend neuen, positiven Erkenntnissen wiedergekommen bin. Ich glaube, in diesem Fall war der ‚Tritt in den Arsch’ das Beste, was mir passieren konnte…sonst würde ich wahrscheinlich jetzt noch in meinem negativen Alltagstrott stecken und wäre super angepisst, dass ich zum Beispiel die Torte einfach auf den Teller klatschen lassen hab’ 😉 Aber so nehm’ ich’s mit Humor und nenne die Torte ab jetzt einfach ‚Die Karma-Torte’…

 

Ihr braucht:

  • 150g Zartbitterschokolade
  • 6 Eier
  • 100g Puderzucker
  • 100g weiche Butter
  • 1 Vanilleschote
  • 200g gemahlene Mandeln
  • 2 TL Backpulver

 

  • 400g Sahne
  • 200g Zartbitterschokolade
  • wahlweise rosa Pfeffer

 

  1. Den Backofen auf 180° (Ober-/Unterhitze) vorheizen. 150 g Zartbitterschokolade zerkleinern und über einem heißen Wasserbad schmelzen. Anschließend die Eier trennen und das Eiklar mit einer Prise Salz zu Eischnee schlagen. Zwischendurch ca. 50 g des Puderzuckers mit unterrühren.
  2. Die Butter, den restlichen Puderzucker und das Mark der Vanilleschote zu einer cremig hellen Masse aufschlagen. Anschließend die flüssige Schokolade und die Eigelbe dazugeben und kurz mit aufschlagen. Nun die gemahlenen Mandeln mit dem Backpulver vermengen und unter die Schokocreme rühren. Dann den Eischnee vorsichtig und vor allem langsam unterheben. Den Teig in eine Springform geben und ca. 45 Minuten backen.
  3. In der Zwischenzeit die Hälfte der Sahne in einem kleinen Topf ganz langsam erhitzen (nicht kochen!) und die restliche Zartbitterschokolade unter Rühren darin schmelzen. Die Mischung abkühlen lassen, dann für eine Stunde in den Kühlschrank stellen.
  4. Nach der einen Stunde die restlichen 200g der Sahne aufschlagen und dabei die Schoko-Sahne in Löffeln stückweise dazugeben.
  5. Ist der Kuchen abgekühlt, vorsichtig aus der Form entfernen und in zwei Böden zerteilen. Ein Drittel der Schokomasse auf dem unteren Boden verteilen und den zweiten Boden vorsichtig aufdrücken. Nun kann die Torte mit dem Rest der Schokosahne eingestrichen werden.

abgewandeltes Rezept aus: fein gebacken!; Cornelia Schirnharl & Christa Schmedes; Kosmos; 2011

So That’s Adulthood…? // Benjamin The Elephant Cake

Woran kann ich erkennen, dass ich erwachsen bin? An einer Zahl? Den ersten Falten? Dem Druck der Gesellschaft ’endlich erwachsen zu werden’?

Das Erste was mir dazu in den Kopf kommt: ’Natürlich hat Erwachsen-Sein nichts mit einer Zahl zu tun….denk doch mal nach! Es ist vielmehr eine Frage der Betrachtung der Welt, der eigenen Person und der Reife des Denkens und Handelns.

 

Und dann fange ich richtig an zu denken. Denn das Problem liegt bei mir genau in der Kontroversität, die sich in obigem Gedankengang widerspiegelt. Was, wenn ich mich nicht erwachsen fühle, aber mich trotzdem ziemlich oft dabei ertappe, wie ich denke: ’Ich passe hier einfach nicht rein…gedanklich bin ich doch eher eine Oma, als das junge sprühende Leben, was ich eigentlich sein sollte.’?

Ganz oft merke ich, dass ich mir selbst gar nicht so sicher bin wie erwachsen oder eben unerwachsen ich eigentlich bin. Da ist einerseits diese Zahl, die sagt: ’Du bist erwachsen, du hast die volle Verantwortung für all dein Handeln.’ und auf der anderen Seite sehe ich mich im Spiegel an und sehe eine junge Frau…oder doch ein junges Mädchen? Ich bin verwirrt. Bin ich nun erwachsen oder nicht? Muss das so? Fühlt sich das Erwachsen-Sein so an?

In den meisten Momenten kann ich mich beim besten Willen einfach nicht mit meiner Generation, ’Peer-Group’ oder wie auch immer man es nennen mag, identifizieren. Ich fühle mich zu alt. Zu grüblerisch. Zu anders.

Doch mein Aussehen schreit für die meisten Erwachsenen wahrscheinlich ’MÄDCHEN!’. Nicht Frau, nicht junge Frau, sondern eben einfach nur Mädchen. Und schon fühle ich mich auch unter Erwachsenen wieder ganz merkwürdig…denn selbst, wenn es gedanklich passen würde, werde ich immer nur wie ein Mädchen angesehen. Und das verwirrt mich reichlich. Wo gehöre ich denn nun hin? Erwachsen? Nicht erwachsen?

Ich glaube, ich werde noch ziemlich viele Stunden damit zubringen dieses Thema hin und her zu wälzen. Fürs Erste werde ich mich wohl mit diesem merkwürdigen, schwebenden Zustand zufrieden geben müssen. Aber das passt schon…bis ich zu einem endgültigen Schluss gekommen bin, wird noch einiges Wasser den Berg hinunterlaufen. Mal sehen, wie ich später über diesen Gedankenerguss denken werde^^

Jetzt esse ich erstmal ein Stück von dieser köstlichen Torte! Kennt ihr diese Benjamin Blümchen Torten aus der Tiefkühltruhe? Die gab’s früher immer bei allen meinen Freunden zum Geburtstag und ich war unfassbar begeistert von so einer riiiieeesigen Torte. Heute weiß ich, dass die Torte nicht riesig ist und wahrscheinlich auch reichlich vollgepumpt mit Zusatzstoffen und sonstigem ungesunden Kram^^ Als Erinnerung an wundervolle Kindergeburtstage nun also das Rezept für eine Benjamin Blümchen Torte. ‘Cheers to the child in me!’

200 g Zucker
200 g weiche Butter/Margarine
4 Eier/Ei-Eersatz
140 g Mehl
2 TL Backpulver
2 TL Vanilleextrakt
6 TL Milch

  1. Den Ofen auf 180° (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
  2. Alle Zutaten zu einem glatten Teig verrühren und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben. Nun für mindestens 15 Minuten backen. Danach gut auskühlen lassen und anschließend vier gleich große Kreise ausschneiden.

1 Tafel Zartbitter-Schokolade
350ml vegane Schlagsahne
4 Beutel vegane Gelatine (Agar-Agar)
2 EL Erdbeer-Püree/Erdbeer-Marmelade
Puderzucker (wahlweise für die Sahne…manche mögen sie lieber gezuckert, andere nicht…deshalb keine genaue Mengenangabe)

  1. Die Schokolade schmelzen und währenddessen 100ml ‘Sahne’ aufschlagen (mit oder ohne Zucker). 1,5 Beutel ‘Gelatine’ nach Packungsanleitung mit der ‘Sahne’ verarbeiten und anschließend die flüssige Schokolade hinzugeben.
  2. Mit der Schokosahne jeweils zwei der vier Böden ‘zusammenkleben’, sodass zwei dickere Böden entstehen. Den unteren Boden mit der restlichen Schokosahne bestreichen und den anderen Boden obenauf legen. Das Ganze für mindestens 1 Stunde kühlen.
  3. In der Zwischenzeit 200ml ‘Sahne’ aufschlagen (mit oder ohne Zucker). 2 Beutel ‘Gelatine’ nach Packungsanleitung mit der ‘Sahne’ verarbeiten, danach das Erdbeer-Püree/die Erdbeer-Marmelade untermischen. Die Masse nun so lange in den Kühlschrank stellen bis die Schokosahne zwischen den Kuchenböden angedickt ist.
  4. Den Kuchen aus dem Kühlschrank nehmen und mit der Erdbeer-‘Sahne’ rundherum bestreichen. Die Torte nochmals 1 Stunde kühlen.
  5. Die restliche ‘Sahne’ aufschlagen und mit dem Rest ‘Gelatine’ verarbeiten. Das Ganze so lange in den Kühlschrank stellen bis die Torte fertig durchgekühlt ist.
  6. Die ‘Sahne’ in einen Spritzbeutel füllen und auf die Torte aufspritzen. Zum Schluss noch bunte Streusel auf die Torte rieseln lassen.

When In Rome…-The Eternal City

Rom ist nicht schön. Rom ist gewaltig. Die Stadt ist eine einzige Explosion von Temperament, Geschichte und Schönheit. Sie hat keinen Anfang und kein Ende. Damit könnte ich mich sicherlich auf die viel zitierte Betitelung „ewige Stadt“ beziehen…und doch meine ich damit noch so viel mehr.

Ich finde keinen würdigen Anfang, um diese Stadt zu beschreiben und, wenn ich angefangen habe, könnte es schier kein Ende nehmen. Die unendlich vielen antiken Bauwerke, die Masse an Geschichte, die überall verborgen ist, die Fülle an Museen, die unendliche Schönheit von Gärten, Häusern, ganzen Straßen. Der Klang der italienischen Sprache, so kunstvoll und doch gewaltig. Das scheinbar ewige Hupen von Autos und Motorroller. Und dieses so ganz andere Temperament.

 

 

Natürlich bin ich mir auch der weniger schönen Seiten der Stadt und des Landes an sich, bewusst. Da ist der ganze Dreck, die hohe Arbeitslosigkeit, das Rollendenken der Gesellschaft, die viele Korruption, das Aufkeimen des Populismus und die Kommerzialisierung von Kultur und Tradition, die im Falle Roms wahrscheinlich den meisten Römern das Herz bluten lässt.

 

 

Ist man also in dieser mit Worten kaum fassbaren Stadt, sollte man auf jeden Fall die ganzen bekannten Sehenswürdigkeiten anschauen. Ihr wisst schon…Kolosseum, Forum Romanum, Trevi-Brunnen, Spanische Treppe, Vatikan, Pantheon, Engelsburg und und und.

 

 

Man muss nicht in alles überall unbedingt reingehen und sich die ewig langen Warteschlangen antun. Ist man beispielsweise nicht der größte Antike-Fan, kann man sich sowohl Forum Romanum, als auch das Kolosseum sehr gut einfach nur anschauen und dort ungezwungen ein bisschen umherschlendern. Zudem gibt es viele wunderschöne frei zugängliche Kirchen und Parks, die ausgesprochen sehenswert sind.

Die meisten Museen kosten natürlich Eintritt, aber zum Beispiel in der Galleria Nationale d’Arte Moderna bekommt man noch mit 18 freien Eintritt und als Schüler/Student/Rentner eine Ermäßigung.

Ebenfalls kostenlos und außerdem wunderschön, an manchen Tagen allerdings recht überlaufen, ist der Park der Villa Borghese. Zum einen ist er unfassbar riesig, zum anderen gibt es dort wirklich idyllische Plätzchen. Man kann dort picknicken, einfach nur spazieren gehen, ein Buch lesen, die Sonne genießen oder auch auf einem kleinen See mit dem Ruderboot einige Runden drehen.

 

 

Im Übrigen kann man in Rom sehr vieles zu Fuß erreichen...vorausgesetzt man trägt feste Schuhe und nicht so wie viele Italienerinnen High Heels, die nur beim Ansehen schon Schmerzen verursachen^^ Ansonsten sind U-Bahn und Bus recht zuverlässige Transportmittel. Insgesamt gibt es meines Wissens nach nur zwei S-Bahn-Linien. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen: bequem geht anders. Zwischendurch hatte ich die Assoziation mit einem Becher, gefüllt mit Würfeln, der unwillkürlich umhergeschüttelt wird und nur wer Glück hat, bleibt im Becher, sprich auf seinem Platzt sitzen.

Egal für welches Transportmittel man sich aber entscheidet, nah Trastevere raus zu fahren/ zu gehen lohnt sich auf jeden Fall. Das Viertel ist kunterbunt und hat daher unglaublich viel zu bieten. Es ist ein bisschen wie ein kleiner Mikrokosmos in diesem ganzen Gewimmel der großen Stadt.

 

 

Dort auf der Ecke befindet sich übrigens auch der Botanische Garten der Universität. Dieses ruhige Fleckchen Grün ist sehr sehr sehenswert. Leider beträgt der Eintritt acht Euro (das ist ja schon recht happig), aber dafür hat man einen wunderschönen Ausblick über die Altstadt und kann das Idyll der Natur genießen.

 

 

 

 

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an incredible view over the city

 

Die meisten Sehenswürdigkeiten befinden sich verständlicherweise in der Altstadt, zwischen der Villa Borghese und dem Tiber. In der dazu entgegengesetzten Richtung, also eher oberhalb der Villa Borghese, wird die Stadt immer weniger pittoresk und touristen-gefüllt. Das MAXXI (Museo nazionale delle arti del XXI secolo) liegt genau in dieser Gegend und ist daher ein toller Grund, um auch einige andere Seiten von Rom kennen zu lernen.

Das Museum an sich ist natürlich auch ausgesprochen interessant…sofern man sich für Kunst und im Speziellen für moderne Kunst des 21 Jahrhunderts interessiert. Das Gebäude wurde von Zaha Hadid, einer der bekanntesten Architektinnen, entworfen und ist schon ein Hingucker zwischen all den Gebäuden vergangener Jahrhunderte. Über diesen Stilbruch kann man sich zweifelsohne streiten…ich finde es auf jeden Fall faszinierend.

 

 

Als weitere Sehenswürdigkeit, beziehungsweise eher Schmeckenswürdigkeit^^ kann man wohl die italienische Küche bezeichnen. Was das angeht, war ich in Rom im Paradies. Alle davon gesammelten Eindrücke werde ich noch einmal in einem weitern Post zusammenfassen…dann gibt es auch einige Rezepte für euch. Bis dahin also erst einmal „Ciao! Arrividerci!“

Torta Della Nonna//An Italian Dream

Während ihr das hier also nun lest, sitze ich vermutlich noch in meinem lang ersehnten Urlaub in Rom und schlecke genüsslich an einem Eis ^^

Nachdem ich mir Anfang des Jahres dummerweise den Fuß gebrochen hatte, musste ich den Flug leider stornieren und konnte also nicht wie geplant im März fliegen. Aber wie ein alter Spruch so schön sagt: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“

 

 

 

Als kleine Einstimmung auf den Urlaub und natürlich auch aus Vorfreude habe ich endlich mal eine Torta della Nonna gebacken. Ich hatte es mir schon lange vorgenommen, aber irgendwie wollte sie einfach nicht in meinen Backplan, meine Laune oder was auch immer, hineinpassen. Also habe ich gedacht, dieser Urlaub in Rom, wo ich übrigens bis jetzt noch nie war, ist doch der perfekte Anlass und außerdem: „Besser später als nie.“… Was habe ich heute nur mit diesen ganzen Sprichwörtern?! XD

Hier nun also das Rezept zu einem Klassiker der italienischen Backkunst und dem Traum eines jeden Leckermauls. So samtig und gleichzeitig doch charaktervoll. Nussig durch die Mandeln und Pinien, cremig wie man es sich nur wünschen kann und trotzdem nicht zu viel von allem. Ihr merkt vielleicht schon…ich bin ganz hin und weg^^

 

 

Für den Teig:

  • 350 g Mehl
  • 1,5 TL Backpulver
  • 100 g Butter, gekühlt & gewürfelt
  • 1 Ei, kühlschrankkalt
  • 1 Eigelb, kühlschrankkalt
  • 75 g Zucker
  • 1 EL Butter für die Springform
  • ca. 75 g Mandelblätter
  • ca. 50 g Pinienkerne
  • Puderzucker

 

Für die Vanille-Creme:

  • 375 ml Vollmilch
  • 375 ml Sahne
  • 1 Bourbon-Vanilleschote
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 sehr kleines Lorbeerblatt
  • 50 g Speisestärke
  • 5 Eigelb
  • 80 g Zucker

 

  1. Mehl, Backpulver, Zucker, Butterwürfel und die Eiern zu einem Mürbteig kneten. Falls der Teig zu trocken oder krümelig ist, etwas kaltes Wasser unterkneten. Zur Kugel rollen, in Frischhaltefolie wickeln und eine halbe Stunde kühl stellen.
  2. Milch und Sahne in einen Topf in einen Topf geben, dann 50 ml der Flüssigkeit abschöpfen und beiseite stellen. Das Mark der Vanilleschote, die ausgekratzte Schote selbst, den Abrieb einer ½ Bio-Zitrone und das Lorbeerblatt in den Topf geben und kurz aufkochen, anschließend 20 Min. ziehen lassen. Dann die Vanilleschote und das Lorbeerblatt entfernen. Mit der restlichen 50 ml Sahne-Milch-Mischung nun die Speisestärke verrühren, bis die Flüssigkeit völlig frei von Klümpchen ist. Dann die Eigelbe in einer Schüssel über einem Wasserbad bei schwacher Hitze mit dem Zucker zu einer Creme aufschlagen. Mit dem Schneebesen rund ⅓ des Milch-Sahne-Gemisches und anschließend die glatt gerührte Speisestärke einrühren – dabei kontinuierlich rühren. Nun die Creme langsam und unter ständigem Rühren mit dem Schneebesen in den Topf mit der restlichen Milch-Sahne-Mischung gießen.
  3. Die Mischung vorsichtig noch einmal erhitzen, nicht kochen und unter ständigem Rühren eindicken lassen. Dann den Topf zügig vom Herd nehmen und die Creme schnell in eine nicht heiße Schale umfüllen.
  4. Nun eine Springform mit Butter ausstreichen und mit etwas Mehl ausstäuben. Den Teig aus dem Kühlschrank holen, die Hälfte davon auf einer dünn bemehlten Arbeitsfläche zu einem Kreis ausrollen und damit die Backform auslegen.
  5. Den Backofen auf 180 Grad (Ober- / Unterhitze) vorheizen. Den restlichen Teig zu einem weiteren Kreis ausrollen und diesen auf eine mit Frischhaltefolie oder Backpapier abgedeckte Platte legen. Die Creme in die Springform geben und den ausgerollten Teig auf die Creme legen. Die Torte mit Mandeln und Pinien bestreuen, anschließend leicht andrücken. Den Kuchen etwa 30–40 Minuten backen. Zum Schluss nur noch mit Puderzucker bestreuen und fertig ist das gute Stück!

When in Berlin…

„Guten Morgen Berlin, du kannst so hässlich sein…so dreckig und grau.“ tönt es in meinem Kopf als der Zug durch Berlin Richtung Hauptbahnhof rattert. Dabei bin ich nicht mal ein sonderlich großer Peter Fox Fan. Wir fahren durch Pankow, Häuser ziehen an mir vorbei, der Fernsehturm glänzt stumpf im trüben Licht der Morgensonne.

So einen Tagestrip nach Berlin hatte ich schon lange ins Auge gefasst (woher kommt eigentlich diese äußerst merkwürdige Redensart?) und ehe ich mich versah, stand ich gemeinsam mit Anna morgens um halb acht an einem Samstag am Bahnhof und wartete auf den Zug.

 

 

Ich muss an dieser Stelle gestehen, so oft ich inzwischen in Berlin war, wirklich warm geworden mit der Stadt bin ich bei vorherigen Besuchen nicht so richtig. Und trotzdem versuche ich es immer wieder diese, in jeder Hinsicht, wunderbar kunterbunte Stadt gern zu haben. Und ich weiß nicht was sich geändert hat, aber dieses Mal bin ich sogar ein bisschen wehmütig aus Berlin zurückgekommen. Zugegebenermaßen hatten wir auch einen wirklich schönen Tag.

 

 

Nachdem wir also am Hauptbahnhof angekommen waren, ging es mit der S-Bahn erstmal Richtung Alexanderplatz. Zu Fuß machten wir uns dann auf zu einem Laden namens „Luiban“. Obwohl diese kleine Papeterie recht nah am Alexanderplatz liegt, merkt man nichts von dem ganzen Trubel und der Geschäftigkeit die noch ein paar Straßen weiter herrscht. Es war wirklich traumhaft schön dort.

 

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“Luiban” – A Lovely Papeterie

 

In der selben Straße haben wir uns dann etwas Kleines zum Essen gesucht, denn ein Mittagssnack muss schon sein^^

 

Anschließend ging es dann wieder in die entgegengesetzte Richtung zum Zoologischen Garten. Denn dort befand sich unser eigentlicher Ausflugsgrund. Das Museum für Fotografie.

Zurzeit gibt es dort drei Ausstellungen. Eine zum Leben und Wirken Helmut Newtons (einer der bekanntesten Fotografen Ende 70er mit einer faszinierenden Persönlichkeit). Zudem wurden auch Fotografien von Guy Bourdin ausgestellt und ein Großteil der ausgestellten Fotografien stammte von Sigrid Neubert. Alle drei Ausstellungen waren wirklich sehr unterschiedlich und, auch wenn viele der Fotografien nicht ganz meinen Geschmack trafen (darum geht es aus meiner Sicht auch gar nicht bei Kunst), bin ich doch von den Personen die dahinter stehen; sich Gedanken machen; Themen verarbeiten; nur allzu fasziniert. Leider durfte man direkt im Museum keine Fotos machen, sodass ich nur ein paar Eindrücke des Drumherums mit meiner Kamera einfangen konnte.

 

 

Auf unserem Weg mit der S-Bahn zum Museum hatten wir einen Flohmarkt entdeckt und beschlossen also kurzerhand dort einmal vorbeizuschauen. Leider waren wir etwas spät da, aber für einmal umherschlendern hat es dann doch gereicht.

 

 

Für ein weiteres Museum war es schließlich etwas spät und so richtig die Muße hatten wir wohl auch nicht. Also beschlossen wir einfach ein bisschen durch Berlin zu spazieren, Fotos zu machen und alles ganz gemütlich anzugehen. Unser Weg führte uns durch kleine gemütliche Straßen, einen Park und hübsche Wohnhäuser. Ein paar Impressionen von unserem Berliner Frühlingsspaziergang durch Mitte und Kollwitzkiez seht ihr hier.

 

 

Als es dann schließlich Zeit wurde zu gehen, musste ich tatsächlich feststellen, dass ich gar nicht gehen wollte. Wo war auf einmal meine Abneigung gegen die ganzen Plattenbauten hin? Hatte ich mich nicht bis vor kurzem noch über den Berliner Dialekt aufgeregt? Und was ist mit den ganzen übertriebenen Hipstern, die mir manchmal sehr unsympathisch waren?

Tja, mir scheint, ich und Berlin, vielleicht wird das ja doch noch mal irgendwann was ^^ Für’s Erste freue ich mich aber immer noch über die Erinnerungen an diesen wirklich wirklich schönen Tag und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen!