meine “beängstigende 20”

Und schon ist es wieder so weit: 1 Jahr älter. Das wäre an sich ja auch gar nicht weiter schlimm, denn eigentlich mag ich Geburtstage ja, aber dieser hier ist anders. Er ist rund und er schreit „hey, jetzt steht da ne 2 in deinem Alter, jetzt sei gefälligst erwachsen & hab‘ dein Leben im Griff!“

Ich denke, letztlich ist es mir ziemlich egal, ob ich nun 1 Jahr älter werde, meine Haut nicht mehr so fresh wie mit 16 ist, ich kein Teenager im wahrsten Sinne des Wortes mehr bin oder, dass ich nun wahrhaftig schon 2 Jahrzehnte auf dieser Welt lebe. Was mich viel mehr an diesem Geburtstag so wurmt, ist, dass ich mir selbst gedankliche „Ziele“ gesetzt habe, so à la „Wenn ich groß bin, dann…“. Nur leider merke ich, dass ich jetzt, wo ich dann nun 20 bin (was ja schon ziemlich „groß“ klingt, wenn man mal von meinem 14-jährigen Teenager-Ich ausgeht, das diese Pläne geschmiedet hat), ich rein gar nichts davon erreicht habe. Als ich das zum ersten Mal realisiert habe, war ich ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht von mir, weil: Warum bekomme ich’s einfach nicht gebacken? Und überhaupt habe ich doch recht bescheidene, realistische Ziele und möchte nicht gleich berühmt oder reich werden. Also warum kriegen andere dieses oder jenes hin und ich nicht?

 

 

Aber doch genau das ist es, worum es NICHT geht! Es geht nicht darum, irgendwelche Dinge, die andere gemacht oder erfüllt haben, bis zu einem bestimmten Alter auch erreicht zu haben. Und es geht im Leben auch nicht darum irgendwelche Punkte von einer Liste abzuhaken oder abzuarbeiten und dabei ganz zu vergessen das eigentliche Leben, das da vor der eigenen Nase passiert, zu leben. Jeder hat sein eigenes Tempo. Man muss nicht immer mit anderen Menschen mithalten, sich deren Leben als Vorbild nehmen oder sich abhetzten, um genau das zu tun, was in irgendeiner Lebensphase von einem im Allgemeinen erwartet wird.

Für mich und meine „beängstigende 20“ heißt das also: Klar, ich habe mir Ziele gesetzt, aber Ziele & Pläne zu ändern, oder später zu erreichen, ist auch okay. Nichts ist falsch daran, Dinge zu ändern und verändern zu lassen. Ich habe mein eigenes Tempo. Mache mein eigenes Ding. Und solange ich dabei mein Ziel nicht aus den Augen verliere, ist alles daran chic. Und darauf also erstmal ein Stück Geburtstagstorte!

 

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Cranberry Mince Pie // Ein weihnachtliches Rezept

Sooo…wie wahrscheinlich jeder weiß, steht Weihnachten nun tatsächlich vor der Tür. Ich mein’: nur noch zwei Tage…verrückt wie schnell die Zeit doch vergeht! Und, weil die Weihnachtszeit nun mal die überall-köstliche-Versuchungen-Zeit ist, musste ich (natürlich^^) auch noch eine klassisch weihnachtliche Köstlichkeit backen. Nicht, dass es bei mir an Weihnachtgebäck mangeln würde, aber irgendwie war mir nach was neuem Alten. Wisst ihr was ich meine?! Naja, wie dem auch sei. Auf jeden Fall habe ich mich also an Mince Pies gewagt. Und, weil ich auf die Schnelle kein Mince-Meat bekommen habe, musste ich es wohl oder übel selbst machen….was ja auch gar nicht so schlecht ist, weil ich dann den Inhalt ganz nach meinem Geschmack verändern konnte (immer schön die positiven Seiten sehen…halb volles Glas und so ;))

Hier ist nun also mein Rezept für Apfel-Cranberry Mince Pies:

Für das Mince Meat

  • 30g Zucker
  • 30 ml Cranberry- oder Apfelsaft
  • 20 ml Fruchtessig (zB Himbeeressig)
  • 2 säuerliche/herbe Äpfel
  • ½ Tl Zimt
  • ½ Tl gemahlener Ingwer
  • ¼ Tl gemahlene Nelke
  • 50g Rosinen/Sultaninen
  • 30g getrocknete Cranberries
  • abgeriebene Schale einer Bio-Orange
  • ½ Tl Vanille-Extrakt
  • 1 El Honig
  1. Den Zucker mit Saft und Essig vermengen und erhitzen, bis der Zucker aufgelöst ist. Während sich der Zucker auflöst die Äpfel schälen und fein würfeln. Wenn sich der Zucker gelöst hat, die Apfelstücken, Zimt, Ingwer, Nelke, Rosinen/Sultaninen, getrocknete Cranberries und die Orangenschale hinzugeben. Das Ganze für 20 Minuten köcheln lassen bis die Flüssigkeit nahezu verkocht ist.
  2. Anschließend kurz auskühlen lassen. Nun den Honig und das Vanille-Extrakt unterrühren.

Für die Mince Pies

  • 200g Mehl
  • 125g weiche Butter
  • 60g Zucker
  • 1 kleines Ei
  • Mince Meat
  • abgeriebene Schale einer Bio-Orange
  • 1 säuerlicher/herber Apfel
  1. Das Mehl mit Zucker, Butter und dem Ei zu einem festen Teig kneten. Für 10 Minuten kalt stellen.
  2. Den Ofen auf 200° (Umluft) vorheizen. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und 2/3 davon ca. 3 mm dick ausrollen. Anschließend Kreise mit einem Durchmesser von 8 cm ausstechen und in Muffinform-Mulden legen, sodass diese ordentlich ausgekleidet sind. Wenn nötig überstehende Reste abschneiden und den Teig andrücken, falls die Ränder uneben sein sollten.
  3. Nun die Förmchen gleichmäßig mit Mince Meat befüllen. Das restliche Drittel des Teig s ebenfalls ausrollen und Kreise mit einem Durchmesser von 5 cm ausstechen. Diese dann als Deckel auf die Pies legen. Nun wieder die überstehenden Ränder abschneiden und die Deckel andrücken. Anschließend mit einer Gabel die Ränder rundherum eindrücken, sodass ein Muster entsteht UND der Rand noch einmal extra gut haften bleibt und die Pies im Ofen nicht platzen. Zum Schluss mit einem scharfen Messer ein kleines Kreuz in die Mitte der Pie-Deckel stechen und die Pies ca. 15-20 Minuten backen.
  4. Nach dem Auskühlen mit Puderzucker bestreuen.

Cheesecake // Eine Weihnachtliche Improvisation

Wie ihr ja sicherlich wisst, ist das zwischen mir und dem Backen große Liebe^^ Was aber fast noch größere Liebe ist (keine Angst, ich werde dem Backen nicht untreu), ist eindeutig die zur Kreativität. An alle „das steht so im Rezept, also muss das so und nicht anders machen“-Menschen: es tut mir leid, aber so kann ich nicht arbeiten…äh, ich meine backen.

Maßangaben sind bei mir nur ungefähre Richtwerte, Früchte und Farben austauschbar und „Was, das ist mit Nüssen?!“ wird zu „Das probier’ ich mal mit Keksen und Gewürzen.“ Ihr seht schon, ich bin da recht flexibel. Und so ungefähr ist auch dieser, wenn ich es mal so sagen darf, wundervolle und supereinfache weihnachtliche Cheesecake entstanden. Eigentlich ist das Rezept mit Blaubeeren IM Cheesecake (eindeutig keine schlechte Variante…aus eigener Erfahrung auch sehr zu empfehlen) und einem Mandel/Amarettini-Boden, aber naja, mir war eben mal nach was anderem. Also wozu ans Rezept halten?! Zwischendurch dann noch mal die Grammzahl der Mascarpone geändert, Schokokekse genommen, ein paar Gewürze hier, einige Änderungen bezüglich der Frucht da, et voilà….es ist ein Christmas Cheesecake. Ohhh, und das Beste habe ich ja fast vergessen, man muss ihn nicht mal backen…also super easy und unkompliziert.

Ihr braucht:

  • 120g Schoko-Kekse
  • 70g Butter
  • 200g weiße Schokolade
  • 350g Frischkäse
  • 300g Mascarpone
  • 125g Erdbeeren
  • 2 EL Puderzucker
  • 1 TL Zimt
  • ¼ TL gemahlene Nelken
  • 2 Blätter Gelatine
  1. Die Butter schmelzen und zeitgleich die Kekse fein zerkrümeln. Außerdem die weiße Schokolade im Wasserbadschmelzen. Den Zimt mit den Nelken und den Keksbröseln gründlich vermischen. Nun den Boden einer runden Kuchenform mit Backpapier belegen und auch Backpapier für den Rand zuschneiden. Die Randstücken dann einfach leicht in den kleinen Schlitz zwischen Kuchenformboden und –rand stecken.
  2. Anschließend die Butter mit dem Keksgemisch verrühren, sodass eine fein bröselige Masse entsteht, die anschließend als Boden in die Kuchenform gedrückt wird. Dabei darauf achten, dass der Boden gleichmäßig und so flach wie möglich ist.
  3. Nun die Schokolade, Mascarpone und den Frischkäse zu einer homogenen Masse rühren. Diese kann nun vorsichtig auf dem Keksboden verstrichen werden. Den Kuchen für ca. eine Stunde kühl stellen.
  4. Kurz vor Ende der Kühlzeit, die Erdbeeren fein pürieren und den Zucker hinzufügen. Außerdem die Gelatine so zubreiten, dass sie dem Erdbeerpüree zugeführt werden kann (siehe Packungsanweisungen der Gelatine). Anschließend auf den Kuchen gießen und nochmals kühle bis der Erdbeerspiegel angedickt ist.
  5. Zum Schluss den Kuchen aus dem Kühlschrank nehmen und vorsichtig aus der Form lösen und vom Backpapier befreien. Was die Deko angeht, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. ich habe einfach ein paar Rosmarinspitzen in Zitronensaft und Zucker getaucht.

Food Fotografie // 5 Laien-Tipps

Ich würde mal sagen, lang’ ist’s her, dass ich ein „Things to Consider“ für den Blog geschrieben habe. Zwischendurch habe ich sogar schon mal überlegt diese Kategorie einfach verschwinden zu lassen…aber naja, irgendwie wollte ich mir die Option dann doch offen halten und siehe da, an irgendeinem schönen Oktobertag kam es mir in den Sinn: Schreib’ doch mal über Food Photography.

Ich weiß, es gibt schon Unmengen an Tipps und Guides und sonstwasses zu diesem Thema (um genau zu sein, verzeichnet google dazu 832.000.000 Suchergebnisse), aber ich dachte mir, so ein paar Tipps von einem Laien, der sich alles selbst beigebracht hat und absolut nichts mit professionellem Foodstyling oder fancy Fotografieausbildung am Hut hat, könnten ja nicht schaden^^

 

1 – Farben

Beim Fotografieren von Essen geht es ausschließlich darum, die Sachen schön und appetitlich aussehen zu lassen. Das bedeutet, dass ihr euch der Wirkung von Farben bewusst sein solltet.

Kontraste wie zB orange & blau machen sich dabei ausgesprochen gut. Oder ihr entscheidet euch für eine Farbe, die besonders herausstechen soll, wobei in diesem Fall „weniger ist mehr“ angesagt ist. Eine Sache, die ich anfangs besonders gerne genutzt habe, sind diese fürchterlichen Farbfilter. Sie lassen das Essen unnatürlich und manchmal sogar unappetitlich aussehen…würde ich also nicht unbedingt empfehlen.

2 – Licht

 Bitte bitte fotografiert nicht gegen das Licht! Euer schön verziertes Essen wird sonst kaum zu erkennen sein, der Kontrast zwischen Hinter- und Vordergrund wird viel zu hoch sein und ihr müsst im Nachhinein eine Menge bearbeiten, damit das Bild in Ordnung aussieht. Naja, und in Ordnung ist ja nun nicht unbedingt das Ziel, oder?!

Außerdem solltet ihr unruhige Schatten auf dem Essen vermeiden, denn sonst ist die eigentliche Struktur des Gebackenen oder Gekochten kaum zu erkennen und der Betrachter fragt sich, was das überhaupt sein soll.

Am besten ist eigentlich immer Licht von der Seite. Ihr habt keine komischen Schatten von euch beim Fotografieren darauf, keine komischen Kontraste durch Gegenlicht und könnt sogar mit natürlichen Schatten experimentieren. Eine Sache, bei der ich manchmal auch gerne nachhelfe, ist, wenn mir die dunklere Seite des Fotos zu dunkel erscheint, dass ich eine weiße Pappe so an das Essen halte, dass sie das Licht reflektiert und die Schatten nicht mehr ganz so hart oder dunkel sind.

 

 3 – Perspektive

 Das ist so eine Sache, die mir anfangs sehr schwer gefallen ist. Von oben zu fotografieren ist natürlich am einfachsten…alles schön flächig, die Dinge können gut arrangiert werden. Allerdings schafft diese Perspektive auch viel Distanz. Der Betrachter kommt nicht nah an das Essen ran und vor allem entgehen ihm viele Details. Ihr wisst schon…Tortenanschnitt, Struktur eines Gerichts und so weiter.

Essen von der Seite oder aus einem schrägeren Winkel zu fotografieren, hat seine Tücken. Zum Beispiel sehen Teller dann manchmal unförmig aus, ihr müsst auf den Hintergrund achten und manche Perspektiven sind auch einfach nicht vorteilhaft. Aber mit ein bisschen Übung kann man da tolle Fotos machen…es lohnt sich also auf jeden Fall es mal zu wagen.

 

 4 – Bewegungen

 Ich gebe zu, das ist schon ein bisschen advanced. Solche Dinge wie Hände im Bild, herausgeschnittene Kuchenstücke, Kekskrümel und fließende Schokosauce verlangen einiges mehr an Können ab. Denn die Kunst ist es nämlich, im richtigen Moment abzudrücken und das Ganze dabei auch noch natürlich aussehen zu lassen. Aber, auch das ist nicht unmöglich. Mit vorsichtigem Herantasten an das Thema und Übung klappt so was in der Regel auch ganz gut. Nicht, dass ich darin jetzt Profi wäre, aber ich arbeite daran und es macht unglaublich viel Spaß^^

Was dabei übrigens sehr sehr hilfreich sein kann, ist ein Stativ. Das war ungelogen die beste Investition, die ich dahingehend gemacht habe, denn das Fotografieren wird viel entspannter und die Bilder sehen einfach viel hochwertiger aus. Ohhh…und Selbstauslöser sind natürlich im Zusammenhang mit Händen im Bild auch ziemlich praktisch.

 

5 – Bildausschnitt

 Sobald die Fotos geschossen sind, geht es natürlich an die Bildbearbeitung. Der Bildausschnitt, den ihr dabei wählt, kann eine ganz entscheidende Rolle spielen und ein ganz anderes Licht auf das Fotografierte werfen. Dabei ein bisschen zu probieren und zu experimentieren, kann auf jeden Fall nicht schaden.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass das Herumprobieren mit Szenerien, Farben, Deko , Perspektive und so weiter das Beste ist, was ihr tun könnt. Denn ein großer Vorteil von Food Photography ist, dass das Essen nicht wegläuft und ihr so viel wie nur möglich arrangieren und selbst bestimmen könnt.


Was für Tipps & Tricks habt ihr noch in Bezug auf Food Fotografie? Irgendeine Sache, die ich vergessen habe und die uuuuunbedingt beachtet werden muss?

V e r ä n d e r u n G

Ich werde etwas ändern. Und das ist jetzt kein komischer Selbsttherapie-Schnulli (ja, ich mag das Wort „Schnulli“…es hindert mich daran, ständig das Wort „Scheiß“ zu benutzen). Sondern eine Tatsache.

Dieser Blog war immer mein kleines Back-Refugium. Meine Art mich kreativ in der Küche auszuleben und Essen mit tieferen Gedanken zu verknüpfen. Doch diesen Sommer ist mir etwas klar geworden: Ich habe mich selbst damit in eine Schublade gesteckt. Nämlich in die „Back-Tanten“-Schublade. Natürlich ist mir klar, dass ich ja nicht zwangsläufig klischeeerfüllend sein muss…denn ich kann ja sein, wer ich will, aber irgendwie hat es mich innerlich eingeschränkt. Da schwirren so viele Ideen in meinem Kopf umher, die nicht mit Essen zu tun haben und ich bin es leid, diese zu verwerfen.

Eine Kleine Reise Durch Meinen Blog (2016-2018)

Thema “Food Photography” – anfangs habe ich alles noch sehr sehr minimalistisch gehalten, mit viiiiel weiß gearbeitet:

Besonders in letzter Zeit sind die Fotografien aber aufwendiger geworden. Inzwischen arbeite ich auch gerne mit Bewegungen, Schatten und unterschiedlichsten Perspektiven:

Aber nun, long story short: Ich werde eine neue Richtung einschlagen. Selbstverständlich hat sich meine Liebe zum Backen nicht in Luft aufgelöst und es wird weiterhin Rezepte von Torten, Cookies und anderen Leckerein geben. Aber daneben werde ich sicherlich noch einige andere Themen, die euch hoffentlich interessieren, zur Sprache bringen. Denn das Tolle an so einem Blog ist ja, dass ich damit machen kann was ich will…also warum nicht diese Chance nutzen und sich voll entfalten?!

Ich habe super viel Lust etwas Künstlerisches, in Richtung Fotografie zu machen. Vielleicht werde ich mich mal an Videos versuchen, etwas zum Thema „Künstlerisches Schreiben“ wagen, superduper tief greifende Themen ansprechen, cheesy Lebensweisheiten mit euch teilen oder einfach spontane Gedankenergüsse und Erlebnisse hier festhalten. 

Wie ich das alles koordinieren werde, wird sich zeigen…bis jetzt ist da noch nichts in Stein gemeißelt. Ehrlich gesagt bin ich selbst noch ein bisschen planlos was die Umsetzung angeht. Also lasst euch überraschen! 

“Karma Is A Bitch”//What Has Been Going On

Sooo…nach langer Zeit sitze ich nun also hier und schreibe tatsächlich einen neuen Blogpost…fühlt sich schon irgendwie komisch an. Aber, ich kann es nicht verleugnen, ich habe es schon vermisst zu schreiben, Fotos zu machen und vor allem zu backen. Es ist, als hätte ich schon hunderttausend Jahre nichts mehr gebacken. Na gut, vielleicht nicht ganz so lange (ja, ich neige öfter mal zu ‚leichten’ Übertreibungen was Zeitangaben angeht), aber mindestens schon drei Monate nicht. Ich bin schockiert!

Zur Feier des ‚Ich-stehe-seit-Langem-mal-wieder-in-der-Küche’-Tages hatte ich mir vorgenommen eine Schokotorte zu machen. Denn, sind wir mal ehrlich, so ein Anlass verlangt nach viiieel Schokolade und mindestens zwei Tortenböden.

Das Backen an sich war zugegebenermaßen nicht so das Problem….ähm….wie man vielleicht sieht, scheiterte es eher an meinen supertollen Torten-Auffüll-Künsten ^^ Und da töne ich noch ein paar Tage vorher rum, dass es ja nun nicht so schwer ist ein Kuchenstück heil auf den Teller zu bekommen. Tja, ich würd’ mal sagen: Karma is a bitch. Aber hey, Aussehen ist eben nicht alles und schmecken tut die Torte trotzdem…die inneren Werte und so, ne?!

Was los war:

Tatsächlich, so kitschig das auch klingen mag, ist einfach das Leben dazwischen gekommen. Ich hatte reichlich damit zu tun eine Bewerbungsmappe für das Kunststudium zu erstellen, war mit Familienangelegenheiten beschäftigt, bin in einem Kanucamp als Betreuer gewesen (und hatte lange nicht mehr so viel Spaß), musste mich mit „tollen“ Prüfungen rumschlagen, hatte den Sonnenbrand meines Lebens (gar keine lustige Angelegenheit), war in Oxford, später noch mal in London und nun bin ich also wieder hier. Voll und ganz dabei und mit frischen Ideen motiviert ans Werk zu gehen.

Auf Instagram war ich auch nicht so super präsent (nicht, dass ich sonst der übelst krasse Instagramer wäre^^), aber einiges habe ich dann doch über meine Stories gepostet. Ich finde ja, dass da ein paar ganz schöne Momentaufnahmen dabei waren.

Nach den Prüfungen:

Die heißesten Tage des Sommers:

Dann England, erst Oxford…

…anschließend London

Und, wenn wir hier schon mal vom Leben und Dingen, die dazwischen kommen sprechen, kann ich nur sagen, dass nicht nur Karma eine Bitch ist, sondern eben auch das Leben… Manchmal versetzt es einem einfach einen Tritt in den Arsch und dann sitzt man da. Sieht die Dinge auf einmal ganz anders, merkt, wie festgefahren man doch eigentlich war.

Mein ‚Tritt in den Arsch’ war eindeutig das Kanucamp in dem ich diesen Sommer war. Es ist erstaunlich, wie ich mit einer Null-Bock-Einstellung und super vielen negativen Gedanken hingefahren bin und mit tausend neuen, positiven Erkenntnissen wiedergekommen bin. Ich glaube, in diesem Fall war der ‚Tritt in den Arsch’ das Beste, was mir passieren konnte…sonst würde ich wahrscheinlich jetzt noch in meinem negativen Alltagstrott stecken und wäre super angepisst, dass ich zum Beispiel die Torte einfach auf den Teller klatschen lassen hab’ 😉 Aber so nehm’ ich’s mit Humor und nenne die Torte ab jetzt einfach ‚Die Karma-Torte’…

 

Ihr braucht:

  • 150g Zartbitterschokolade
  • 6 Eier
  • 100g Puderzucker
  • 100g weiche Butter
  • 1 Vanilleschote
  • 200g gemahlene Mandeln
  • 2 TL Backpulver

 

  • 400g Sahne
  • 200g Zartbitterschokolade
  • wahlweise rosa Pfeffer

 

  1. Den Backofen auf 180° (Ober-/Unterhitze) vorheizen. 150 g Zartbitterschokolade zerkleinern und über einem heißen Wasserbad schmelzen. Anschließend die Eier trennen und das Eiklar mit einer Prise Salz zu Eischnee schlagen. Zwischendurch ca. 50 g des Puderzuckers mit unterrühren.
  2. Die Butter, den restlichen Puderzucker und das Mark der Vanilleschote zu einer cremig hellen Masse aufschlagen. Anschließend die flüssige Schokolade und die Eigelbe dazugeben und kurz mit aufschlagen. Nun die gemahlenen Mandeln mit dem Backpulver vermengen und unter die Schokocreme rühren. Dann den Eischnee vorsichtig und vor allem langsam unterheben. Den Teig in eine Springform geben und ca. 45 Minuten backen.
  3. In der Zwischenzeit die Hälfte der Sahne in einem kleinen Topf ganz langsam erhitzen (nicht kochen!) und die restliche Zartbitterschokolade unter Rühren darin schmelzen. Die Mischung abkühlen lassen, dann für eine Stunde in den Kühlschrank stellen.
  4. Nach der einen Stunde die restlichen 200g der Sahne aufschlagen und dabei die Schoko-Sahne in Löffeln stückweise dazugeben.
  5. Ist der Kuchen abgekühlt, vorsichtig aus der Form entfernen und in zwei Böden zerteilen. Ein Drittel der Schokomasse auf dem unteren Boden verteilen und den zweiten Boden vorsichtig aufdrücken. Nun kann die Torte mit dem Rest der Schokosahne eingestrichen werden.

abgewandeltes Rezept aus: fein gebacken!; Cornelia Schirnharl & Christa Schmedes; Kosmos; 2011

The Food In Rome & A Recipe For Chocolate Ravioli

Bei typisch italienischem Essen denke ich natürlich sofort an Pizza, Pasta und Eis. Nichts scheint mir italienischer zu sein als diese drei Berühmtheiten. Aber tatsächlich gibt es da noch so viel mehr an Köstlichkeiten…und diese müssen sich gar nicht hinter dem allgemeinen Klischee italienischer Küche verstecken. Sie sind Pizza, Pasta und Gelato nur allzu ebenbürtig, wenn nicht manchmal sogar um einiges köstlicher und daher auf erfreuliche Weise umso überraschender.

Eine grundsätzliche Sache schon einmal ganz zu Anfang: Die meisten italienischen Spezialitäten sind einfach. Es bedarf zumeist keiner ausgefallenen Produkte und ein Großteil dieser kommt aus der Region oder zumindest aus Italien.

 

Herzhaftes

Mozzarella. Eine ganz große Sache bei den Italienern. Wer denkt er kennt Mozzarella aus dem Deutschen Supermarkt, kennt ihn nicht wirklich. Guter Mozzarella hat einen viel volleren Geschmack als wir ihn kennen, ist aber trotzdem nicht zu dominant. Eine besondere Vorliebe haben die Italiener übrigens für Büffel-Mozzarella. Ich kann es nur schwer beschreiben, was den Unterschied ausmacht. Aber ich weiß, dass ich einen Unterschied schmecke. Und dieser Unterschied ist ein Gaumenschmauß^^

Außerdem isst der Italiener mehr Fisch als man vielleicht annehmen würde. Muscheln, Tintenfisch und Oktopus erfreuen sich zumindest in Rom aus meiner Sicht großer Beliebtheit und auch die Fischtheke, die es selbst in den kleinsten Supermärkten zu geben scheint, ist immer sehr reichlich befüllt. Fisch kauft man nicht aus der Tiefkühltruhe. Er wird an besagter Theke gekauft und dann zu Fischeintopf, frischen Fisch-Steaks oder anderen Leckerein verarbeitet.

 

 

Pasta gibt es en masse. Ich habe Nudelsorten im Supermarkt entdeckt, von denen ich noch nie in meinem Leben gehört habe. Frische Nudeln gibt es oft in der Kühlabteilung zu kaufen, bestenfalls macht man sie natürlich selbst.

 

 

Ich hatte das Vergnügen mit ein paar Freunden unter Anleitung einer echten Italienerin Gnocchi zu machen. Es braucht eigentlich nur Kartoffeln, Salz, ein Ei und Mehl. Wirkliche Maßangaben gab es nicht und alles wurde ein bisschen improvisiert nach Gefühl gemacht. Zu den Gnocchi dann eine einfache Tomatensoße und ein Glas Rotwein und schon war der Abend perfekt.

 

Süßes (mein liebster Teil^^)

Italien ohne viiiel Eis zu essen, geht einfach nicht. Wer es versucht, wird spätestens nach der zweiten Eisdiele kapitulieren und sich der eiskalten Verführen hingeben. Aber nur, weil es eine Eisdiele in Italien ist, heißt das noch lange nicht, dass sie gut sein muss. An vielen touristischen Anziehungspunkten sind die Eisläden recht durchschnittlich, wenn nicht sogar beinahe enttäuschend.

Eine Eisdiele in Rom, die ich aber guten Gewissens empfehlen kann, ist COME IL LATTE. Generell bestellt man übrigens entweder Picollo oder Grande. Wie viele Kugeln Grande beinhaltet, kann ich nicht sagen, aber Piccollo sind auf jeden Fall zwei großzügige Eiskugeln, meistens mit Sahne. Bei LATTE wird zudem noch flüssige Schokolade in die Waffel gemacht, es gibt die Auswahl zwischen Sahne und Vanille-Sahne und obenauf gibt es noch mal eine kleine Waffel mit flüssiger Schokolade. Trotz all dieser schönen Extras ist aber immer noch das Eis der Star. So köstliches Himbeer-Eis habe ich noch nie (ungelogen) in meinem ganzen Leben gegessen. Und auch die Creme-Eissorten sind ein wahrer Traum! Hier findet ihr mehr Informationen zu der Gelateria.

So. Und nun zu all den anderen süßen Leckereien^^. Wirklich beliebt sind solche Kuchen, gefüllt mit sehr süßer Marmelade und einem Teiggitter obenauf. Gegessen habe ich so einen leider nicht…dafür aber ganz viele andere Kuchen, Kekse und Törtchen.

Was es mir wirklich angetan hat, sind Cornettos. Ob nun mit Schokofüllung oder anderer Creme…sie sind himmlisch! Der Begriff ist zugegebenermaßen recht weit dehnbar. In manchen Bäckereien sind sie wie Hörnchen oder Croissants, andere sehen aus wie breite Röhrchen mit Füllung und noch andere sind schlichtweg wie deutsche Schillerlocken aus Blätterteig mit einer Zuckerkruste und Füllung. Trotz dieser Unterschiede sind sie aber alle unglaublich lecker!

Zudem wird viel mit Mandeln, Nougat, Schokolade, Pistazien, Mürbeteig und Marmelade gebacken. Manchmal auch Pudding, Ricotta und Mascarpone. Kekse und Süße Teile sind scheinbar ein großes Ding in Italien.

Was auch sehr zu empfehlen ist, sind Cannoli Siciliana. Aus was der Teig besteht, ist mir ehrlich gesagt absolut schleierhaft (weder Mürbe-, noch Blätterteig, aber irgendwie etwas dazwischen), die Füllung besteht allerdings zweifellos aus Ricotta. Ist die Füllung bei dieser Art von Cannoli aus irgendwas anderem, sind sie nicht authentisch. Zum Schluss werden noch diese unfassbar künstlich pinken Kirschen als Decor verwendet und schon sind es Canoli Siciliana.

Ein absolutes Phänomen ist für mich übrigens Sfogliatelle Napoletane. Meine Vermutung ist, dass es so eine Art sehr dünner Nudelteig, aber gebacken, ist. Allerdings bin ich mir da absolut nicht sicher. Es ist übrigens ziemlich schwer das Aussehen dieses Gebäcks zu beschreiben, also seht euch lieber das wundervoll verwackelte^^ Bild an, das ich gemacht habe. Im Innern befindet sich im Übrigen eine Art Pudding mit Orangenstückchen.

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Sfiogliatelle Napoletane-a slightly blurred Smartphone picture^^

Außerdem gib es viele unterschiedliche Törtchen mit Mürbeteigboden und einer Pudding-, Schoko- oder Nuss-Füllung. Auch sehr lecker und sehr empfehlenswert. In Frankreich würden man sie wahrscheinlich als Tartelette bezeichnen

 

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A Pistacchio Tarte With Apricot Jam

 

Zum Schluss aber nun ein Keks, der so wundervoll einfach, aber doch überraschend ist. Ravioli. Es gibt tatsächlich auch süße Ravioli!

 

 

Das Prinzip ist wirklich ziemlich selbsterklärend, wenn man denn Nudel-Ravioli kennt. Teig und in der Mitte eine Füllung. In diesem süßen Fall bedeutet das also Mürbeteigkeks mit Nougat- oder Marmeladen-Füllung. Die originalen Kekse sind wirklich riesig und sehr sehr mächtig gewesen. Einer davon und man ist für mehrere Stunden gut gesättigt.

 

 

Zurück in Deutschland musste ich mich sofort an ein Rezept dieser Ravioli wagen und habe mich gleich ans Experimentieren gemacht. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Zwar sind meine Ravioli di Cioccolato nicht so riesig wie die römischen, aber mindestens genauso lecker…zumindest fanden meine Freunde sie köstlich.

Hier nun also das Rezept:

  • 200g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 50g Puderzucker
  • 130g gekühlt Butter/Margarine
  • 1 Eigelb/Ei-Ersatz, welcher einem halben Ei entspricht
  • 75g Nougat
  1. Das Nougat schmelzen und auf eine mit Backpapier ausgelegte glatte Fläche gießen. Das Ganze auskühlen und fest werden lassen.
  2. Das Mehl mit Salz und Puderzucker vermischen und die Butter/Margarine in kleinen Stückchen hinzufügen. Das Ganze krümelig reiben und das Eigelb/den Ei-Ersatz hinzufügen. Alles zu einem Teig verkneten und für mindestens 30 Minuten kühlen.
  3. Den Backofen auf 175° (Umluft) vorheizen.
  4. Den Teig bemehlen, 4 mm dick ausrollen und runde Kekse ausstechen. Die Hälfte der Kekse auf einem mit Backpapier belegten Blech auslegen.
  5. Aus dem Nougat mit einer kleineren Form so viele runde Kreise wie Kekse auf dem Blech liegen, ausstechen und jeweils einen davon auf einem ungebackenen Keks platzieren. Wem das zu wenig Nougat ist, der kann auch zwei Kreise übereinander legen, sodass eine dicke Schicht entsteht. Alternativ zu der kleinen Ausstechform, können auch mit dem Messer kleine Quadrate ausgeschnitten werden.
  6. Nun die andere Hälfte der Kekse auf die mit Nougat belegten Kekse legen und besonders am Rand gut andrücken, sodass das Nougat nicht ausläuft.
  7. Die Kekse für mindestens 10 Minuten backen bis sie leicht golden sind.

Wenn sie ausgekühlt sind, mit Puderzucker und ein wenig Kakao bestreuen.