« neue bunte welt »

Es gibt doch dieses eine Lied von Pippi Langstrumpf….ich bin mir sicher, so ziemlich jeder kennt das. Und da gibt es so eine wundervolle Zeile, die mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen mag: …ich mal’ mir die Welt, wie sie…wie sie…wie sie mir gefällt…(Ohrwurm lässt grüßen^^). Wenn man sich also diese Worte mal auf der Zunge zergehen lässt, dann hat die gute Pippi Langstrumpf vielleicht gar nicht so Unrecht.

Ich könnte hier jetzt noch mit ein paar weiteren Weisheiten und altklugen Sprüchen um mich werfen…sowas wie “Jeder ist seines Glückes Schmied.”…aber lassen wir das lieber. Denn darum geht es mir gar nicht. Vielmehr bin ich zu der (für mich) bahnbrechenden Erkenntnis gekommen: Sich sein Leben so zu gestalten, wie es einem gefällt, ist verdammt harte Arbeit. Aber es ist auch ein enormes Privileg. 

 

 

Es bedeutet, dass ich in einer Gesellschaft lebe, in der ich die Freiheit habe, für mich zu entscheiden, was ich mit und in meinem Leben anstellen möchte. Womit ich meinen Tag füllen möchte. Und mit wem ich meine so kostbare Zeit verbringen möchte. Es ist das Privileg der Entscheidung für bestimmte Dinge…und selbstverständlich auch gegen manches.

Und, was ich an dieser (für mich unglaublich fantastischen) Erkenntnis besonders toll finde: niemand, wirklich absolut niemand, kann das Leben anderer von außen betrachtet beurteilen. Denn kein Mensch kann sich eigentlich sicher sein, ob das, was er da als “das Leben der Person X” betrachtet, wirklich der Wahrheit entspricht. Nur wir allein…diejenigen, die unser Leben leben, können gewiss sein, was die Wahrheit ist.

 

“All that we see or seem is but a dream within a dream.”
-Edgar Allen Poe

 

Warum ich grade diese Tatsache so faszinierend finde? Tja, zum einen macht es einem das Leben super viel leichter, wenn man mal bedenkt, wie oft es sich andere Menschen versuchen herauszunehmen zu urteilen und verurteilen. Außerdem macht es dieses ganze Instagram/Social Media Ding um einiges einfacher, weil ich weiß, dass das, was die Leute einem als “ihr Leben” verkaufen, meistens nur die halbe Wahrheit ist. Und zum anderen, eröffnet mir diese Erkenntnis unglaublich viele neue kreative Möglichkeiten. Ich habe so einige Ideen zu diesem Thema, die ich am liebsten sofort alle umsetzten würde….da ist es dann wirklich schwer, mich selbst zu bremsen, um nicht über’s Ziel hinauszuschießen^^

 

 

Zu einer kleinen Fotoreihe habe ich mich dann übrigens aber doch hinreißen lassen ;)). Ich konnte einfach nicht widerstehen und habe mich daran gemacht mir selbst (natürlich nur im Rahmen dieser Fotoreihe*) eine “neue bunte welt” zu malen…quasi ein neues Leben auf Zeit^^

 


 

*kleine Anmerkung dazu: beim Machen der Fotos hatte ich zugegebenermaßen ein merkwürdiges Gefühl…auch, wenn es nicht viele Fotos sind: Dinge/Momente nur für ein Foto zu stellen und sie nicht wirklich zu erleben, hat mir vor Augen geführt, dass so ein vermeintlich “perfektes” Instagram-Leben für mich absolut nicht erstrebenswert ist. Spaß hat es aber trotzdem gemacht an der Reihe zu arbeiten und sicherlich sollte man die Fotos mit ihren Untertiteln eher mit einem zwinkernden Auge betrachten, als sie allzu ernst zu nehmen…denn mein echtes Leben sieht bei weitem nicht so aus^^

 

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Der Fake is real.

Zugegebenermaßen wird das ein recht spontaner Blogpost. Und während ich das hier schreibe, weiß ich noch nicht so genau wo das Ganze hinführen soll, aber hey…no risk no fun ^^

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gestelltes Instagram-Bild

Alsoo…wo fängt man an, wenn man über Instagram und sonstigen Social Media Quatsch schreiben will? Wenn man sich fragt, was es Leuten bringt auf all diesen Kanälen ein perfektes Leben vorzugaukeln, aber eigentlich in einem tiefen Loch zu versinken (ich will hier absolut nicht generalisieren, es gibt auch unfassbar tolle, echte & ehrliche Accounts)? Und überhaupt, bin ich es selbst als Privatperson nur dann wert, angesprochen oder als „würdig“ betrachtet zu werden, wenn ich tausende Follower und Likes habe? Diese unfassbar riesige Social Media Welt ist mir ehrlich gesagt ziemlich unheimlich. Ich weiß manchmal schon gar nicht mehr was nun also echt ist und was nicht. Hinterlässt X mir jetzt nur einen netten Kommentar, damit ich aufmerksam auf sie werde oder, weil sie meinen Content wirklich mag? Und was ist mit diesen Leuten, die einfach alles liken, nur weil sie denken, dass es das einzige ist, was die Leute wollen? Likes? Ist es das worum es im Leben geht?

Versteht mich nicht falsch, Instagram ist eine tolle Inspirationsquelle und es gibt so unfassbar viele wunderschöne Accounts, die ich über alles liebe. Und doch ist da immer dieser ekelhafte Beigeschmack, dass das alles nur ein Spiel ist. Nicht Content, sondern Fame. Nicht Realität, sondern Fake. Manchmal denke ich, dass das Einzige, dessen man sich noch sicher sein kann in diesem super aufmerksamkeits-geilen Social Media-Dschungel, der Fake ist. Sicher, das ist nicht so ganz wahr und reichlich überspitzt, aber manchmal hat es doch den Anschein. Es ist dann so, als wären Dinge, nur, weil ich sie nicht poste gar nicht „real“, weil: Oh…du warst im Land X?! Das wusste ich ja gar nicht, du hast das ja gar nicht gepostet.

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der gleiche Abend-ungestellt & unbearbeitet

Ich bin ziemlich froh, dass es trotz dieser ganzen künstlichen Realität auch immer noch Menschen gibt, die diesen Zirkus etwas anders betrachten, sich davon nicht beeinflussen lassen oder es einfach aus ihrer ganz eigenen Perspektive betrachten. Einen Instagram-Acccount (und natürlich auch Blog!!), den ich in dieser Hinsicht unfassbar genial finde, ist der von Jana Wind @bekleidet*. Sie spielt auf sehr gekonnte Weise mit der Realität der Instagram-Nutzer. Ihre Bilder und Posts zum Thema #isitreal finde ich einfach unfassbar inspirierend und scharfsinnig. Ein Blick auf ihre Seite ist auf jeden Fall lohnenswert. Und ich hoffe, dass in Zukunft noch so viel mehr Menschen zu der Erkenntnis kommen, dass man auf Instagram und Co. nicht alles für bare Münze nehmen sollte und sich tatsächlich öfter mal die Frage stellen „Is it real?“.

 

 

*Werbung, weil Verlinkung (obwohl ich nicht dafür bezahlt werde und überhaupt, ist das eigentlich keine „richtige“ Werbung…aber diese neue Datenschutzsache zwingt mich eben dazu das so zu markieren :/ )