meine “beängstigende 20”

Und schon ist es wieder so weit: 1 Jahr älter. Das wäre an sich ja auch gar nicht weiter schlimm, denn eigentlich mag ich Geburtstage ja, aber dieser hier ist anders. Er ist rund und er schreit „hey, jetzt steht da ne 2 in deinem Alter, jetzt sei gefälligst erwachsen & hab‘ dein Leben im Griff!“

Ich denke, letztlich ist es mir ziemlich egal, ob ich nun 1 Jahr älter werde, meine Haut nicht mehr so fresh wie mit 16 ist, ich kein Teenager im wahrsten Sinne des Wortes mehr bin oder, dass ich nun wahrhaftig schon 2 Jahrzehnte auf dieser Welt lebe. Was mich viel mehr an diesem Geburtstag so wurmt, ist, dass ich mir selbst gedankliche „Ziele“ gesetzt habe, so à la „Wenn ich groß bin, dann…“. Nur leider merke ich, dass ich jetzt, wo ich dann nun 20 bin (was ja schon ziemlich „groß“ klingt, wenn man mal von meinem 14-jährigen Teenager-Ich ausgeht, das diese Pläne geschmiedet hat), ich rein gar nichts davon erreicht habe. Als ich das zum ersten Mal realisiert habe, war ich ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht von mir, weil: Warum bekomme ich’s einfach nicht gebacken? Und überhaupt habe ich doch recht bescheidene, realistische Ziele und möchte nicht gleich berühmt oder reich werden. Also warum kriegen andere dieses oder jenes hin und ich nicht?

 

 

Aber doch genau das ist es, worum es NICHT geht! Es geht nicht darum, irgendwelche Dinge, die andere gemacht oder erfüllt haben, bis zu einem bestimmten Alter auch erreicht zu haben. Und es geht im Leben auch nicht darum irgendwelche Punkte von einer Liste abzuhaken oder abzuarbeiten und dabei ganz zu vergessen das eigentliche Leben, das da vor der eigenen Nase passiert, zu leben. Jeder hat sein eigenes Tempo. Man muss nicht immer mit anderen Menschen mithalten, sich deren Leben als Vorbild nehmen oder sich abhetzten, um genau das zu tun, was in irgendeiner Lebensphase von einem im Allgemeinen erwartet wird.

Für mich und meine „beängstigende 20“ heißt das also: Klar, ich habe mir Ziele gesetzt, aber Ziele & Pläne zu ändern, oder später zu erreichen, ist auch okay. Nichts ist falsch daran, Dinge zu ändern und verändern zu lassen. Ich habe mein eigenes Tempo. Mache mein eigenes Ding. Und solange ich dabei mein Ziel nicht aus den Augen verliere, ist alles daran chic. Und darauf also erstmal ein Stück Geburtstagstorte!

 

Advertisements

Status: ohne Social Media-Brille

Bei mir: Kurzschlussreaktion. Handy aus & weg. Keine Anrufe, kein Whats App, kein Snapchat (wohl meine größte Suchtquelle der letzten Wochen^^) & leider auch keine Musik, denn das würde Spotify bedeuten & Spotify ist nun mal auf meinem Handy…, was ja aus ist. Und das soll auch für ein paar Tage so bleiben.

Denn, ich habe beschlossen, dass ich was an meiner ganzen Handy-Situation ändern muss. Irgendwie konnte ich nicht mehr klar denken. Zu viele Bilder, Worte und Videos sind auf mich zugekommen. Haben mich förmlich erschlagen. Einfach die totale Reizüberflutung.

Und das nicht, weil ich 24/7 am Handy gehangen habe, sondern viel mehr, weil ich 1) ein sehr sensibler Mensch bin und natürlich (genervter Smiley) bei allem extrem schnell überreagiere 2) ich durch sinnloses Umherscrollen und Snapchatten versucht habe, meine Langeweile zu bekämpfen und 3) ich mich ehrlich gesagt ziemlich einsam gefühlt habe und dachte, dass ich in gewisser Weise dieses Loch mit vermehrter „sozialer Interaktion“ über alle möglichen Plattformen stopfen könnte (als würde das funktionieren).

 

“Although we’re connected technologically like never before there’s a definite feeling of loneliness.”

∼ something I read somewhere in uni ∼

 

Sicherlich gibt es größere Handy-Suchtis und ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Social Media-Aktivität der letzten Wochen für die meisten Menschen in meinem Alter (was die Quantität angeht) nicht besorgniserregend wäre. Denn, wenn ich mal so um mich blicke, scheint es eigentlich normal zu sein, seinen halben Tag durch die Accounts anderer Leute zu scrollen, sich Snaps von scheinbar belanglosen Dingen zu schicken und mindestens mit vier Leuten gleichzeitig zu schreiben. An dieser Stelle möchte ich nur sagen, ich verurteile niemanden dafür. Jeder soll machen, wie er mag. Aber, ob das für unsere „mental health“, wie es immer so schön genannt wird, so gut ist…wer weiß?!

Ich für meinen Teil, habe also beschlossen, eine Pause einzulegen. Ich brauche ein bisschen Abstand von meinem verheißungsvoll glänzenden Handy. Denn irgendwie hat es dazu geführt, dass mein offline-Leben in meinen Augen immer mehr an Wert verloren hat und ich die Relation dafür komplett verloren habe. Deshalb habe ich vielleicht auch den letzten Blogpost (den findet ihr hier) geschrieben, um mir selbst vor Augen zu führen, dass es nicht um das online-Leben geht.

 

ALONE.-4
einfach auf das Bild klicken, um zu einer, von mir zusammengestellten Playlist zu kommen

 

Ich werde nicht zu einer besseren Person, nur, weil ich mehr Instagram-Follower habe oder mein Snapscore suuuper hoch ist. Und auch, wenn Whats App in gewisser Weise eine abgeschwächte Form von Social Media ist, gibt es einem doch immer das Gefühl ständig erreichbar sein zu müssen. Und das will ich eigentlich gar nicht. Es ist so viel besser, Menschen gegenüber zu stehen und wirklich mit ihnen zu reden. Es macht so viel mehr Freude auf einem Konzert zu sein und nicht immerzu zu denken, dass man diesen Song oder jenen Lichteffekt mit jemandem schnell mal „teilen“ muss.

Tatsächlich habe ich 4 Tage komplett ohne Handy durchgezogen. Ich hatte mir nicht vorgenommen irgendeinen bestimmten Zeitraum durchzuhalten, denn wirklich geplant war hieran eigentlich gar nichts. Ich bin einfach morgens aufgewacht und hatte keine Lust mein Handy anzumachen und auf komische Art und Weise davon abhängig zu sein, ungeduldig zu werden, wenn mir Leute nicht sofort antworten oder das „schöne“ Leben anderer zu sehen. Ich wollte eigentlich nur endlich mal wieder mein eigenes Leben sehen, ohne dabei die Social Media-Brille aufzuhaben.

Der momentane Zustand.

Tja…was soll ich sagen. Der momentane Zustand ist ein einziges Chaos. Chaos in meinem Kopf. Chaos in meinem Herzen. So Vieles ist in den letzten Wochen passiert & irgendwie habe ich mich selbst dabei verloren. Ich irre umher (metaphorisch & auch physisch…lange Spaziergänge scheinen momentan sehr verlockend^^) und weiß nicht so recht, ob ich Dinge tue, weil ich sie will oder, weil ich denke, dass andere sie so von mir erwarten würden.

Keine Angst, ich hab’ keine depressive Phase oder so…ich bin einfach nur reichlich überwältigt von diesem ganzen Spaß, der sich “Leben” nennt. Eigentlich waren die letzten Wochen nämlich nicht unbedingt die schlechtesten meines Lebens. Ich habe trotz Liebeskummer & ziemlich viel Verwirrung & Tränen auch viel gelacht, war kreativ, bin immer noch reichlich inspiriert, habe meine Prüfungen/Klausuren in der Uni erfolgreich bestanden, habe mich wie ein Vollhorst über die ersten warmen Frühlingstage gefreut…so dies und das eben^^

 

 

Und trotzdem komme ich auf manches einfach nicht klar (sry, für diese unfassbar “falsche” Formulierung, aber irgendwie fasst das den momentanen Zustand ziemlich gut zusammen). Nur mal als Beispiel: Wieso bin ich immer nur dann super inspiriert & kreativ, wenn ich nicht mit mir selbst klarkomme? Und wie sehr kann man sich in Menschen täuschen? Und überhaupt, wieso verlässt mich mein ach so tolles Urteilsvermögen, wenn es um mich geht? Und, warum zur Hölle weiß ich nicht mehr wer ich bin? Und das Schlimmste von allem…warum werde ich panisch, wenn ich eigentlich rundum glücklich bin & keine Probleme habe?

 

 

Dabei möchte ich mich einfach nur frei machen. Frei von zu vielen Gedanken. Von irrationalen Ängsten. Und von Personen, die mich mit voller Wucht umgehauen haben. Denn ich bin müde. Müde von dem ganzen Umhergrübeln. Und der Kompliziertheit des Lebens… und nein, ich bin immer noch nicht depressiv oder hab Burnout…das ist einfach nur eines dieser Tiefs, die jeder nun mal hat. Mir ist eben irgendwie meine Leichtigkeit abhanden gekommen. Also, irgendjemand ne Idee wo ich die finden kann? ;))

 

« My Face For The World to See »

Also bevor irgendwelche Spekulationen bezüglich des Titels aufkommen, kann ich schon mal sagen: Ja, ich bin mir bewusst, dass es ein gleichnamiges Buch von Alfred Hayes gibt und ja, es hat mich zu diesem Post inspiriert, aber mehr hat das Ganze auch nicht miteinander zu tun.

Processed with VSCO with g3 preset
” my face for the world to see “

Während es in Hayes Buch also um das Leben im Hollywood der 1950er geht, dreht es sich in diesem meiner Gedankenergüsse (was eine Formulierung^^) mehr um das Thema „Selbstvertrauen“. Denn welcher Titel könnte schon bezeichnender sein als „My Face For the World to See“…ich mein’, sein Gesicht der Welt hinzuhalten verlangt schon einiges an Mut ab. Und ich rede hier nicht nur vom Gesicht im wortwörtlichen, sondern auch im metaphorischen Sinne. Sich selbst der Welt zu präsentieren, zu zeigen: „hey, hier bin ich und genau so bin ich“. Das hat natürlich viel mit Selbstliebe und -akzeptanz zu tun…deshalb dieser Post. Denn, ich muss gestehen, ich bin schon immer etwas ängstlich gewesen, habe mich vor Menschen gegraut…vor dem, was sie über mich denken würden, habe mich nicht gerne auf Fotos gesehen und vor allem, hatte nicht das Selbstvertrauen mein Gesicht, also mich selbst, zu zeigen. Eigentlich ziemlich traurig, wenn ich so darüber nachdenke.

 

« Würde ich mich selbst treffen,

ich würde nicht mit mir befreundet sein wollen. »

 

Processed with VSCO with g3 preset
ein lachendes Ich

Oftmals habe ich mich klein gemacht und so was wie Selfies machen oder kleine Fotoshootings waren für mich der absolute Horror. Nicht, weil ich mich hässlich fand, oder andere so was gesagt hätten, sondern vielmehr, weil ich einfach kein Vertrauen in mich hatte. Ich habe mich einfach davor gegraut mich zu sehen. Habe mich selbst verachtet.

Ich weiß noch, irgendwann habe ich mal gedacht: Würde ich mich selbst treffen, ich würde nicht mit mir befreundet sein wollen. Als ich ein paar Jahre später darüber nachgedacht habe, ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen…ich mochte mich selbst nicht, weil ich immer Angst hatte meinen perfekten, unrealistischen Erwartungen nicht gerecht werden zu können. Ich kannte meinen eigenen Wert nicht und dachte jeder ist markellos und hat nur gute Seiten an sich. Aber das stimmt nicht.

Selbstliebe ist, wenn ich auch meine schlechten Seiten akzeptiere. Als mir das bewusst geworden ist, war auf einmal alles viel leichter. Ich habe mir selbst weniger Druck gemacht, war entspannter und auf einmal, oh Wunder, fand ich es gar nicht mehr so schlimm mein Gesicht auf Fotos zu sehen. Quasi „My Face For Me to See“. Ich habe sogar angefangen Fotos von mir selbst zu machen. Und nicht, weil ich auf einmal zur selbstverliebten Pute geworden bin, sondern, einfach, weil es mir Spaß macht Gedanken in Fotos umzusetzen und ich keine andere Person zum Fotografieren hatte. Früher wäre eine solche Sache undenkbar gewesen. Aber heute komm’ ich klar. Mag mich mehr als früher. Und das ist für mich das Wichtigste.