Status: ohne Social Media-Brille

Bei mir: Kurzschlussreaktion. Handy aus & weg. Keine Anrufe, kein Whats App, kein Snapchat (wohl meine größte Suchtquelle der letzten Wochen^^) & leider auch keine Musik, denn das würde Spotify bedeuten & Spotify ist nun mal auf meinem Handy…, was ja aus ist. Und das soll auch für ein paar Tage so bleiben.

Denn, ich habe beschlossen, dass ich was an meiner ganzen Handy-Situation ändern muss. Irgendwie konnte ich nicht mehr klar denken. Zu viele Bilder, Worte und Videos sind auf mich zugekommen. Haben mich förmlich erschlagen. Einfach die totale Reizüberflutung.

Und das nicht, weil ich 24/7 am Handy gehangen habe, sondern viel mehr, weil ich 1) ein sehr sensibler Mensch bin und natürlich (genervter Smiley) bei allem extrem schnell überreagiere 2) ich durch sinnloses Umherscrollen und Snapchatten versucht habe, meine Langeweile zu bekämpfen und 3) ich mich ehrlich gesagt ziemlich einsam gefühlt habe und dachte, dass ich in gewisser Weise dieses Loch mit vermehrter „sozialer Interaktion“ über alle möglichen Plattformen stopfen könnte (als würde das funktionieren).

 

“Although we’re connected technologically like never before there’s a definite feeling of loneliness.”

∼ something I read somewhere in uni ∼

 

Sicherlich gibt es größere Handy-Suchtis und ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Social Media-Aktivität der letzten Wochen für die meisten Menschen in meinem Alter (was die Quantität angeht) nicht besorgniserregend wäre. Denn, wenn ich mal so um mich blicke, scheint es eigentlich normal zu sein, seinen halben Tag durch die Accounts anderer Leute zu scrollen, sich Snaps von scheinbar belanglosen Dingen zu schicken und mindestens mit vier Leuten gleichzeitig zu schreiben. An dieser Stelle möchte ich nur sagen, ich verurteile niemanden dafür. Jeder soll machen, wie er mag. Aber, ob das für unsere „mental health“, wie es immer so schön genannt wird, so gut ist…wer weiß?!

Ich für meinen Teil, habe also beschlossen, eine Pause einzulegen. Ich brauche ein bisschen Abstand von meinem verheißungsvoll glänzenden Handy. Denn irgendwie hat es dazu geführt, dass mein offline-Leben in meinen Augen immer mehr an Wert verloren hat und ich die Relation dafür komplett verloren habe. Deshalb habe ich vielleicht auch den letzten Blogpost (den findet ihr hier) geschrieben, um mir selbst vor Augen zu führen, dass es nicht um das online-Leben geht.

 

ALONE.-4
einfach auf das Bild klicken, um zu einer, von mir zusammengestellten Playlist zu kommen

 

Ich werde nicht zu einer besseren Person, nur, weil ich mehr Instagram-Follower habe oder mein Snapscore suuuper hoch ist. Und auch, wenn Whats App in gewisser Weise eine abgeschwächte Form von Social Media ist, gibt es einem doch immer das Gefühl ständig erreichbar sein zu müssen. Und das will ich eigentlich gar nicht. Es ist so viel besser, Menschen gegenüber zu stehen und wirklich mit ihnen zu reden. Es macht so viel mehr Freude auf einem Konzert zu sein und nicht immerzu zu denken, dass man diesen Song oder jenen Lichteffekt mit jemandem schnell mal „teilen“ muss.

Tatsächlich habe ich 4 Tage komplett ohne Handy durchgezogen. Ich hatte mir nicht vorgenommen irgendeinen bestimmten Zeitraum durchzuhalten, denn wirklich geplant war hieran eigentlich gar nichts. Ich bin einfach morgens aufgewacht und hatte keine Lust mein Handy anzumachen und auf komische Art und Weise davon abhängig zu sein, ungeduldig zu werden, wenn mir Leute nicht sofort antworten oder das „schöne“ Leben anderer zu sehen. Ich wollte eigentlich nur endlich mal wieder mein eigenes Leben sehen, ohne dabei die Social Media-Brille aufzuhaben.

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Gähnende Leere in meinem Kopf

Wenn da einfach nichts ist….ein bedeutungsloses Summen erfüllt meinen Kopf…keine Ideen, kein Plan, keine Inspiration. „Aber was schreibe ich denn nun?“ frage ich mich. Mir will einfach kein guter Einfall für einen Blogpost kommen. Ach was, Blogpost?! Ich könnte von so vielem mehr reden: Fotos, Kunstprojekte, Geburtstagsgeschenke, Themen für Referate, das Weihnachtsessen…die Liste der Dinge, die nach Inspiration und Ideenreichtum verlangen, ist endlos. Aber genauso endlos ist eben auch manchmal die Leere in meinem Kopf.

Ich sitze dann stundenlang da und frage mich: Wie zur Hölle, soll ich es nur schaffen bis zum Tag X etwas zustande gebracht zu haben? Dann steigt mir ein wenig die Panik zu Kopf. Was, wenn ich es nicht schaffe? Was, wenn ich nie wieder irgendeine Idee habe? Das ist natürlich ziemlich übertriebener Müll, den mein Gehirn dann da produziert. Und das weiß ich auch. Aber manchmal ist es eben schwer aus solchen Kurzschlussgedanken herauszukommen. Auch, wenn sie noch so irrational sein mögen.

Im Falle meiner Inspirationslosigkeit habe ich mir irgendwann mal gedacht: „Komm’ hab’ dich nich’ so! Jeder Mensch hat das mal. Das Wichtige ist nur, dass du nicht darin versinkst. Nicht jeder Tag ist gleich gut, gleich inspirierend, gleich toll.“ Also habe ich mir innerlich einen „Plan“ zurechtgelegt, so à la To-do-wenn-uninspiriert. Das funktioniert mittlerweile sogar ganz gut, sodass ich am Ende immer super viele Ideen habe und mich meistens gar nicht für eine entscheiden kann. Und zugegebenermaßen, bin ich ziemlich stolz darauf. Fragt mich nicht warum.^^ 

 

 1.

Zuerst einmal muss ich von dem „Panik/kein Plan/mir wird nichts einfallen“-Trip runterkommen. Also am besten erstmal was komplett anderes machen. Die Gedanken von der Inspirationslosigkeit abwenden und mich mit etwas beschäftigen, bei dem ich abschalten kann. Was bei mir ganz gut hilft, ist Sport, Putzen und Backen. Oder einfach mal die Musik so richtig laut aufdrehen, mitsingen und dazu tanzen.

 2.

Und danach geht’s quasi ans Eingemachte. Ich nehme mir so viel Zeit wie ich will und suche mir ein leeres Blatt oder eine neue Notizbuchseite…auf jeden Fall etwas Unbeschriebenes…und schreibe eine passende Überschrift, damit ich mein Ziel nicht aus den Augen verliere. Und dann gehe ich sehr methodisch vor. Erstmal die Basics, die Fakten. Dann schreibe ich mir Wörter auf, die mir im Zusammenhang mit der Überschrift auf irgendeine Weise hängen geblieben sind. So, und nun kommt das, was ich am blödesten finde, aber irgendwie hilft es mir am Ende doch immer. Ich schreibe all’ die schrecklichen, langweiligen, abgedrehten, unrealistischen Ideen, die ich normalerweise verwerfen würde, einfach auf. Das lasse ich dann für ein paar Stunden, manchmal auch Tage oder sogar Wochen genau so. Ich füge nichts hinzu, streiche nichts durch und vor allem mache ich mir keine Gedanken darum. Quasi aufgeschrieben, ums nicht mehr im Kopf zu haben…dieses ganze Thema, dass mich noch um den Verstand bringen könnte.

 3.

Nach dieser „Auslüftungs-Phase“ meines Gehirns, kehre ich wieder zu meinem schön vollgekritzelten Blatt zurück und lese es mir durch. Und dann merke ich auch schon, bei welchen Wörtern oder Stichpunkten ich schnell hängen bleibe. Ein feines Netz beginnt sich zu spinnen, neue Ideen kommen. Ich schreibe sie auf. Spinne umher. Kritzle die Ränder voll. Ich versinke regelrecht in meinen Gedanken, habe Spaß und sprühe vor Inspiration. Meine Festgefahrenheit vom Anfang hat sich aufgelöst.

Und so sieht das dann meistens aus:

 

Manchmal hilft es einfach nur einen Schritt zurück zu treten und sich Zeit zu geben. Kreativität und Inspiration können nicht erzwungen werden….sowieso, Zwänge sind nie so das Optimalste. Ich find’s übrigens ziemlich hilfreich sich in einem inspirierenden Moment einfach alle genialen Ideen oder Pläne aufzuschreiben, sodass man in so einem verflucht  ideenlosen Moment einfach ein kleines Backup hat. Denn niemand ist so ein krasser Supermensch und 24/7 inspiriert^^